Altes Rathaus

Sonderausstellung

Sonderausstellungen im Stadtmuseum

Neue Sonderausstellung: "Das Dorf Pirmasens" 

Sog. "Jagdlappen", um 1737 

Im Stadtmuseum Altes Rathaus wird eine neue Sonderausstellung gezeigt, die sich mit der Entstehungsgeschichte von Pirmasens beschäftigt, von der ersten Ansiedlung bis zur Landgrafenzeit. Pirmasens wurde 1763 von Ludwig IX. zur Stadt erhoben, bis dahin war Pirmasens ein Pfarrdorf mit einer kleinen Kirche, die sich in der Nähe der heutigen Lutherkirche befand. Mit Ludwig IX. zog ein Gönner und Förderer nach Pirmasens, der Pirmasens zur Residenz- und Soldatenstadt machte.

Doch wie lebten die Menschen zuvor? Wer waren die ersten Einwohner von Pirmasens? Welche Schicksale hatten sie zu erdulden? 

Die Ausstellung gibt einen Einblick in diese erste(n) Zeit(en) von Pirmasens, als zum Zwecke der "Eichelmast" noch Schweine gehütet wurden, manche der ärmeren Einwohner in Felswohnungen hausten und die ersten der zeitweise zahlreichen Wirtshäuser entstanden, zu denen zum Beispiel die Gaststätte "Drey Kronen" gehörte, deren Wirtshausschild von 1725 sich erhalten hat und in der Ausstellung gezeigt wird.

Bebildert ist die Ausstellung mit Aquarellen von Ernst Martin, die von Oskar Schäfer gesammelt wurden und rund 100 Aquarelle umfassen. Sie zeigen liebevoll gestaltete Ansichten von Pirmasens, vergessene Gebäude und Straßenansichten, die uns ein Gefühl für das ehemalige Aussehen von Pirmasens vermitteln. Oskar Schäfer, der den Sammlungsbestand des Stadtmuseums aufbaute, suchte in den 1920er/-30er Jahren die trauten Winkel von Pirmasens auf, dort, wo sich Ansichten erhalten hatten, und beauftragte den aus Rüsselsheim stammenden Kunstmaler Ernst Martin mit den Darstellungen. Als Quellen dienten zudem zeitgenössische Zeichnungen, Drucke, Stiche und nicht zuletzt die ältesten Fotografien von Pirmasens, die 1860 von dem Fotografen A. Reinhard erstellt wurden.

Ein weiteres Ausstellungsstück ist ein sogenannter "Jagdlappen" von 1737, der in Zusammenhang mit der Jagdleidenschaft von Graf Johann Reinhard III. gezeigt wird und zum neuen Bestand des Stadtmuseums gehört. Der beinahe 290 Jahre alte Jaglappen stammt aus der Landgrafenschaft Hessen-Darmstadt und kam bei höfischen Festjagden zum Einsatz.

Die neue Sonderausstellung ist bis einschließlich 28. Juni 2026 im Stadtmuseum Altes Rathaus, Hauptstraße 26, zu sehen. Geöffnet ist die Einrichtung dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 2,50 Euro, Kinder haben in Begleitung Erwachsener freien Eintritt. Das Ticket berechtigt außerdem zum Besuch der Dauerausstellung „Wald, Schloss, Schuh – die Geschichte der Siebenhügelstadt“, des Scherenschnittkabinetts der Papierkünstlerin Elisabeth Emmler sowie der kleinen Ausstellung zu den Revolutionskriegen mit Leihgaben und Fundstücken von Martin Behrendt. Auskunft beim Stadtarchiv, Telefon: 06331/842299


Sonderausstellung zu den Revolutionskriegen

Im 1. Untergeschoss des Alten Rathauses wird eine Sonderausstellung mit Fundstücken und Beispielobjekten aus der Sammlung von Martin Behrendt gezeigt. Alle Fundstücke stammen von den Schlachtfeldern Nothweiler und Trippstadt.

Martin Behrendt beschäftigt sich seit mittlerweile 18 Jahren mit Heimatkunde. Schon als Kind wollte er die Geschichte seiner Heimat kennen und verstehen und kam so - durch erste Funde - zur Geschichte der Französischen Revolution, die ihn bis heute beschäftigt.

Inzwischen steht er im regen Austausch mit vielen Sammlern und hat Kontakte bis nach Frankreich, wo er mit dem Museum bei Wattignies zusammenarbeitet. Dadurch konnten Fundstücke identifiziert werden und finden sich in den Vitrinen ausführlich beschrieben.

Neue Ausstellungsstücke seit Januar 2025

Im Januar hat der Leihgeber Martin Behrendt die Sonderausstellung ergänzt, unter anderem durch die nachfolgenden Objekte:

Martin Behrendt zu den neuen Ausstellungsstücken:

Der Löffel, der das Wappen von König Ludwig XVI. trägt, wurde von einem französischen Soldaten auf dem Schlachtfeld Nothweiler am Hut getragen. Er galt - wie alle Löffel aus meiner Sammlung zu den Revolutionskriegen- als Markenzeichen eines französischen Volkssoldaten, der zu einer Gruppe von Plünderern gehörte.

Die Leute in den Dörfern riefen, wenn solche Soldaten gesehen wurden: „Die plündernden Franzosen kommen!“

Wahrscheinlich gehörte der Löffel ursprünglich einem Adligen und stammte aus dessen Haus, das während der Revolution 1789 von Aufständigen geplündert wurde. Diese These bestätigte mir ein französischer Freund des Museums in Wattignies an der belgischen Grenze.

Das neu hinzu gekommene Kragenschild gehörte einem französischen Offizier der Kanoniere, welcher auf dem Berg bei Bundenthal zwischen dem 12. und 14.9.1793 im Kampf sein Leben ließ. Zu sehen sind auch Teile einer französischen Muskete (Modell 1777, Kaliber 16 mm) - eine Muskete, die auch noch in Napoleons Armee benutzt wurde. Das Bajonett stammt ebenfalls vom einer Muskete M1777.

Die neuen Bilder stellen die St.-Anna-Kapelle bei Niederschlettenbach dar. Während der Kämpfe wurde die Kapelle als Feldlazarett genutzt. Am Eingang, im linken Steinrahmen, ist von einem französischen Soldaten der Name „Abbe 1793“ eingemeißelt - ein einmaliges Zeugnis dieser Schlacht.

Alle Objekte der Ausstellung erzählen Geschichte, die Geschichte meiner Heimat. Was während dieser Zeit passiert ist, darf nicht vergessen werden. Leid und Tod prägten meine Heimat. Darum bemühe ich mich, meine Sammlung anderen Menschen zu zeigen, sodass auch sie verstehen, was hier passiert ist während der Französischen Revolution.