Altes Rathaus

Sonderausstellung

Sonderausstellung

"Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand"
Wanderausstellung des UNITED STATES HOLOCAUST MEMORIAL MUSEUM

Nach der Annexion Österreichs sehen Anwohner zu, wie österreichische Nationalsozialisten Juden zwingen, den Bürgersteig zu schrubben. Wien, März 1938. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (mit freundlicher Genehmigung, Plakatgestaltung StArchiv PS)

„Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ befasst sich mit einer der zentralen Fragen zum Holocaust: Wie war der Holocaust möglich? Die zentrale Rolle von Adolf Hitler und anderer nationalsozialistischer Führer ist unbestreitbar, aber sie waren von unzähligen anderen abhängig. Welche Rolle spielten die gewöhnlichen Menschen? Warum haben so Viele die Verbrechen der Nationalsozialisten unterstützt oder geschwiegen? Warum haben so Wenige den Opfern geholfen?

Die Erkenntnis, dass der Holocaust möglich wurde, weil Menschen in Deutschland und ganz Europa aus verschiedenen Gründen motiviert waren, dem Völkermord zuzustimmen oder daran mitzuwirken, ist entscheidend, um Lehren aus dem Holocaust zu ziehen.

Der Holocaust erinnert uns daran, dass das Undenkbare immer möglich ist. Es erinnert uns auch daran, dass Individuen mehr Macht haben, als sie vielleicht wissen - zum Guten oder zum Schlechten. Das Museum hofft, dass diese Ausstellung dazu inspiriert, über eigene Einflussmöglichkeiten für eine bessere Zukunft nachzudenken.

Die Ausstellung wird vom 6. November bis zum 18. Dezember 2021 im Stadtmuseum Altes Rathaus gezeigt.

„Hitler und andere nationalsozialistische Führer hätten den Holocaust nicht alleine verüben können”, erklärt Timothy Kaiser, stellvertretender Direktor des Levine Instituts für Holocaust Erziehung am Museum. „Einige waren Nachbarn stellt die Frage nach den unzähligen anderen, die den Holocaust mit ermöglichten, aber auch nach den Menschen, die Widerstand leisteten und Andere retteten. Besucher können eigene Annahmen hinterfragen und überlegen, wie der Einzelne etwas bewirken kann.”

Diese Ausstellung wurde gefördert durch das William Levine Family Institute des United States Holocaust Memorial Museums mit Unterstützung u. a. von der David Berg Foundation, der Oliver Stanton Foundation, der William & Sheila Konar Foundation, der Blanche and Irving Laurie Foundation, der Benjamin and Seema Pulier Charitable Foundation, Sy and Laurie Sternberg, und dem Lester Robbins and Sheila Johnson Robbins Traveling and Special Exhibitions Fund established in 1990.

Das United States Holocaust Memorial Museum ist ein lebendiger Ort der Erinnerung an den Holocaust und inspiriert sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Führungskräfte weltweit, sich dem Hass entgegenzustellen, Völkermord zu verhindern und sich für die Menschenwürde einzusetzen. Seine weitreichenden Bildungsprogramme und seine weltweite Wirkung werden durch großzügige Spenden ermöglicht. Weitere Informationen finden Sie unter ushmm.org/einige-waren-nachbarn.

Anlässlich der Ausstellung strebte der Veranstalter, das Pirmasenser Stadtarchiv, eine Zusammenarbeit mit dem Immanuel-Kant-Gymnasium an, um Schüler/innen für ein Peer-Guide-Programm zu gewinnen. Nach regem Zuspruch können im Rahmen der Ausstellung nun sowohl Rundgänge für Schüler als auch – durch die Zusammenarbeit mit den Pirmasenser Gästeführer/innen – für Erwachsene angeboten werden.

Bei den moderierten Rundgängen, die anregen sollen zum eigenen Denken und Handeln, stehen die Handlungsräume der Menschen von damals im Mittelpunkt. An ausgewählten Stationen werden Phänomene wie Täter- und Komplizenschaft, Wegschauen, Eigennutz, Hilfe oder Widerstand vorgestellt und diskutiert. Mit Blick auf die historisch-parallelen Ereignisse in Pirmasens wird die Frage „Wie war der Holocaust möglich?“ regional angebunden. Die Dauer der Führungen beträgt jeweils ca. 90 min. 

Führungen für Schüler/innen sind kostenfrei. Erwachsenengruppen (bis 10 Personen): 35,00 €. Der Eintritt ins Museum ist frei. Um Voranmeldung wird gebeten. Für Schülerführungen stehen die Zeitfenster Montag, Dienstag und Donnerstag jeweils von 8-10 Uhr, 10-12 Uhr und 12-14 Uhr zur Verfügung (Ausnahmen für andere Tage sind möglich). Alle Schulen sind eingeladen, an den Führungen teilzunehmen. Durch die offene Gestaltung der Ausstellung sind keine Vorkenntnisse notwendig – so können auch jüngere Kinder das Angebot wahrnehmen.

Anmeldung, Buchungen und weitere Infos unter Tel. 06331 - 84 22 99 (Stadtarchiv Pirmasens)

Aktuelles

Neue Sonderausstellung ab 6.11.2021

"Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand" bis 18.12.2021

Flyer zur neuen Sonderausstellung im Stadtmuseum


ab 9.11.21 Freilichtausstellung am Stadtmuseum Altes Rathaus zu Schicksalen Pirmasenser Jüdinnen und Juden