Aktuelles Gedenken

Jahrestag der Deportation von über 6500 Juden aus Baden und der Saarpfalz in das französische Internierungslager Gurs

Im Oktober jährt sich die Deportation süddeutscher Juden zum 80. Mal. Über 6.500 Juden aus der Pfalz, Baden und dem Saarland wurden am 22. Oktober 1940 nach Frankreich, in das Internierungslager Gurs deportiert. Aus der Pfalz waren 827 Personen (483 Frauen und 344 Männer) vorgesehen, die nach Gurs deportiert werden sollten. Auch Pirmasenser Jüdinnen und Juden, die in Pirmasens geboren waren und/oder hier wohnten, waren unter den Deportierten.

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Buchcover © Bezirksverband Pfalz Inst. f. pfälz. Geschichte, 2017

Derzeit erabeitet das Stadtarchiv eine Liste der nach Gurs deportierten Pirmasenser Jüdinnen und Juden auf Grundlage des Buches von Roland Paul: Pfälzer Juden und ihre Deportation nach Gurs. Anhand des Buches und weiterer Quellen im Stadtarchiv konnten bisher rund 60 Personen recherchiert werden. Einigen der Deportierten wird bereits im Stadtbild von Pirmasens gedacht, für andere sind Gedenktafeln vorgesehen, die durch den Arbeitskreis "Geschichte der Juden in Pirmasens", das Stadtarchiv, gemeinsam mit Schulklassen angebracht werden.

Das Stadtarchiv organisert für Schulen Workshops mit dem Schwerpunkt Gurs, die im August und September umgesetzt werden sollen. Leider mussten die die bisher geplanten Workshops aufgrund der Coranakrise abgesagt werden. Ursprünglich sollten diesleben mit Fahrten zur Gedenkstätte Natzweiler-Struthof verbunden werden, die aber ebenfalls durch die Cornalregelungen abgesagt werden mussten. Der einzige Workshop, der vorab noch im März stattfinden konnte, wurde mit Schülern der Matzenbergschule veranstaltet.


Aktuelle Projektarbeit im Stadtarchiv

Workshop zum Thema Gurs

Workshop mit der Matzenbergschule im März 2020

Der Workshop mit der Matzenbergschule war auf drei Tage verteilt. Am ersten Tag stand eine Einführung in das Thema Gurs auf dem Programm. Anhand von Quellen erarbeiteten die Schüler den Ablauf der Deportation nach Gurs bis zu den Lagerbedingungen, die in einzelnen Szenen dargestellt wurden. Nach der Lektüre von Briefen aus dem Lager verfassten die Schüler eigenständige Briefe, die den Alltag des Lagers, aber auch die Hoffnung auf ein Wiedersehen zum Thema hatten.

Im Zentrum stand der Nachvollzug der Schicksale, wie es ist, ausgegrenzt zu werden oder von heute auf morgen verschickt zu werden. Dabei spielten auch haptische Elemente eine Rolle, wie zum Beispiel der im Bild gezeigte Kaffeeersatz oder das Liegen auf einer Pritsche, wozu Palletten dienten, auf die sich die Schüler legten. 

Am zweiten Tag trotzten die Schüler dem kalten und regnerischen Wetter und begaben sich auf einen Rundgang am Stelendenkmal, begleitet von der städtischen Gästeführerin Ute Jaquet-Wagner. Im Anschluss wurde die Führung nachbearbeitet. Im Fokus standen neben Gurs die Familien Blum und Basnizki, zu denen die Schüler am dritten Tag Plakate gestalteten, die in Ihrer Schule ausgestellt wurden.

 

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Projektarbeit
Das Stadtarchiv bietet als federführendes Amt im Pirmasenser Gedenkprojekt themenbezogene Workshops für Schulklassen an.
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Rundgang am Stelendenkmal
Der Rundgang am Stelendenkmal führt über 8 Stationen und beinhaltet sowohl das Schicksal der jüdischen Familien als auch die besondere Themantik der jeweiligen Standorte.
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Dezentrale Gedenkorte
Neben der zentralen Gedenkstätte am Bahnhofsvorplatz konnten inzwischen 40 Gedenktafeln verwirklicht werden.
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Pirmasenser Holocaustopfer
Liste der Pirmasenser Holocaustopfer
Pirmasenser Gedenkprojekt
Stadtarchiv, Exerzierplatzstraße 17
Zi. 1.08 o. 1.12
66953 Pirmasens

Aktuelles/Termine

Jahrestag zum Gedenken an die nach Gurs deportierten Pirmasenser Jüdinnen und Juden

Am 22. Oktober 2020 jährt sich die Deportation von über 6.500 Juden aus Baden, der Pfalz und der Saarland zum 80. Mal. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis "Geschichte der Juden in Pirmasens" plant das Stadtarchiv mehrere Tafelanbringungen im Stadtbild. Der Termin der Anbringungen wir hier und in der regionale Presse veröffentlicht.


Buchempfehlung:
Juden in Pirmasens - Spuren ihrer Geschichte

Buch Juden in Pirmasens

2. bearbeitete und korrigierte Auflage 2017. Hrsg. Stadtverwaltung Pirmasens. Zusammengestellt von Dunja Maurer, Bernhard Kukatzki, Heike Wittmer und dem Arbeitskreis Jüdische Geschichte in Pirmasens

Erstmals ist es gelungen, eine umfassendere Darstellung des Wirkens der Pirmasenser Juden vorzulegen. Beginnend mit der Landgrafenzeit wird dem Leben vieler alteingesessener Familien nachgespürt. Anhand von Geschichten über Menschen und Begebenheiten wird so die Geschichte der jüdischen Bürger lebendig. Ob es um Synagoge und Schule, einen Europameister im Ringen, FKP-Fans oder den Metzger um die Ecke geht, das Alltagsleben wird mit Originalzitaten belegt und macht so die Geschichte des jüdischen Pirmasens in wissenschaftlich fundierter, gut lesbarer Art greifbar.  

Zu den Autoren des Buches gehören: Ernst Becker, Frank Eschrich, Gerhard Heil, Bernhard Kukatzki, Dunja Maurer, Roland Paul, Ottmar Weber und Heike Wittmer.

Erhältlich ist das Buch zum Preis von 26,90 €

  • in der Thalia Buchhandlung, Pirmasens,
    Hauptstraße 8
  • im Forum Alte Post, Pirmasens
    Poststraße 2, Di.-So. 10:00 -17:00 Uhr
  • im Stadtmuseum Altes Rathaus, Pirmasens Hauptstraße 26, Di.-So. 14:00-17:00 Uhr
  • im Stadtarchiv Pirmasens, Neues Rathaus, Exerzierplatzstraße 17

Sie können "Juden in Pirmasens - Spuren ihrer Geschichte" auch direkt bestellen unter:

Stadtarchiv Pirmasens
Exerzierplatzstraße 17
z.H. Hrn. Norman Salzmann
66953 Pirmasens

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