Zentrale Gedenkstätte am Bahnhofsvorplatz nach dem Entwurf des Künstlers Clas Steinmann, 2014 

Aktuelles Gedenken

Aktuelles Gedenken

Zum Gedenken an die Familien Dreifus und Rubin: Gedenktafeln Joßstraße 15

Im Rahmen des Pirmasenser Gedenkprojekts für die Opfer des Nationalsozialismus möchten die Stadtverwaltung Pirmasens und der Arbeitskreis Geschichte der Juden in Pirmasens einladen, am

25. Oktober 2021 um 15:00 Uhr

Gedenktafeln an der Joßstraße 15 einzuweihen.

Am Platz der heutigen Joßstraße 15 lebten zur Zeit des Nationalsozialismus die Familien Dreifus und Rubin. Die Familie Rubin, darunter David und Olga Rubin (geb. Dreifus) sowie deren Tochter Beate Rubin, wurden im Holocaust ermordet. Olga Rubin hatte sechs Geschwister, von denen einige nach Frankreich fliehen konnten, wo sie im Untergrund lebten. Nach Verhaftung und Deportation wurden zwei der Geschwister im Holocaust ermordet, andere konnten überleben. Sie blieben in Frankreich oder emigrierten nach Brasilien und den USA.

Die Tafeln an der Joßstraße werden an dem Tag gemeinsam mit Nachfahren aus der Familie Dreifus aus Frankreich und Pirmasens angebracht sowie mit Schülern des Immanuel-Kant-Gymnasiums, die im Vorfeld der Veranstaltung Gespräche mit den Nachfahren führen.    

Wir möchten Sie herzlich einladen, an der Tafelanbringung teilzunehmen.

Zu besseren Koordinierung möchten wir Sie bitten, Ihren Besuch der Gedenkveranstaltung unter der Telefnonnummer: 06331-8499 (Stadtarchiv Pirmasens) anzumelden.


Workshops im Pirmasenser Stadtarchiv

Frau riecht an einer Tasse 
Workshop zum Thema Gurs

Anlässlich des Jahrerstages der Deportation veranstaltete das Stadtarchiv Workshops mit dem Schwerpunkt Gurs. Workshops waren im März mit der Matzenbergschule und im August und September mit dem Immanuel-Kant-Gymnasium. An jeweils zwei Tagen kamen die Schulkassen ins Neue Rathaus. Jeweils am ersten Tag stand eine Einführung in das Thema Gurs auf dem Programm. Anhand von Quellen erarbeiteten die Schüler den Ablauf der Deportation nach Gurs bis zu den Lagerbedingungen, die in einzelnen Szenen dargestellt wurden.

Eine besondere Einheit für die Schüler der Förderschule Matzenberg lag in der Lektüre von Briefen aus dem Lager. Die Schüler verfassten eigenständige Briefe, die den Alltag des Lagers, aber auch die Hoffnung auf ein Wiedersehen zum Thema hatten. Neben der allgemeinen Thematik der Deportation standen auch die Pirmasenser Schicksale im Vordergrund. Maßgeblich war der Nachvollzug, wie es ist, ausgegrenzt zu werden oder von heute auf morgen verschickt zu werden. Dabei spielten auch haptische Elemente eine Rolle, wie zum Beispiel Kaffeeersatz zu schmecken, oder wie es ist, auf einer schmalen und harten Pritsche zu liegen, wozu Palletten dienten, auf die sich die Schüler legten.

Workshop mit Schülern des Immanuel-Kant-Gymnasiums im Pirmasenser Stadtarchiv, Aug/Sept 2020

Von den rund 30 Schülern des Immanuel-Kant-Gymnasium wurde das Schicksal von Emma August recherchiert, die in der Bahnhofstraße 10 in Pirmasens wohnte. Sie war eine Dienstmagd, die ursprünglich aus Illingen stammte, wo auch ihre Familie wohnte. Nach ihrer Deportation am 20. Oktober 1940 verstarb sie bereits im Januar 1941 im Alter von nur 55 Jahren in Camp de Gurs. Die Recherchen ergaben, dass auch einer ihrer Brüder zu Tode kam. Er wurde im Euthanasieprogramm der Nazis ebenfalls 1941 in der Tötungsanstalt Hadamar ermordet. Ebenfalls recherchiert wurde das Schicksal der Geschwister Rauner, deren Eltern in der Hauptstraße von Pirmasens eine Konfektionsartikelhandlung betrieben. Alle drei Töchter Bertha, Hedwig und Klara Hilde Auguste wurden nach Gurs deportiert und später im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.


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Projektarbeit

Das Stadtarchiv bietet als federführendes Amt im Pirmasenser Gedenkprojekt themenbezogene Workshops für Schulklassen an.

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Zentrale Gedenkstätte am Bahnhofsvorplatz nach dem Entwurf des Künstlers Clas Steinmann, 2014 

Rundgang am Stelendenkmal

Der Rundgang am Stelendenkmal führt über 10 Stationen und beinhaltet sowohl das Schicksal der jüdischen Familien als auch die besondere Themantik der jeweiligen Standorte.

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Gruppenfoto an der Burgstraße 10 

Dezentrale Gedenkorte

Neben der zentralen Gedenkstätte am Bahnhofsvorplatz konnten inzwischen 40 Gedenktafeln verwirklicht werden.

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Opfer des Nationalsozialismus

Liste der Pirmasenser Opfer des Nationalsozialismus

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Pirmasenser Gedenkprojekt

Stadtarchiv, Exerzierplatzstraße 17

Zi. 1.08 o. 1.12

66953 Pirmasens

+49 06331 842223

+49 06331 842299

Aktuelles/Termine

Gedenktafeleinweihung am 25.10.2021 um 15:00 Uhr an der Joßstraße 15

Die Tafeln werden an dem Tag gemeinsam mit Nachfahren aus der Familie Dreifus angebracht sowie mit Schülern des Immanuel-Kant-Gymnasiums, die im Vorfeld der Veranstaltung Gespräche mit den Nachfahren führen. 

Anmeldungen unter Tel. 06331-842299


Buchempfehlung:
Juden in Pirmasens - Spuren ihrer Geschichte

Buch Juden in Pirmasens

2. bearbeitete und korrigierte Auflage 2017. Hrsg. Stadtverwaltung Pirmasens. Zusammengestellt von Dunja Maurer, Bernhard Kukatzki, Heike Wittmer und dem Arbeitskreis Jüdische Geschichte in Pirmasens

Erstmals ist es gelungen, eine umfassendere Darstellung des Wirkens der Pirmasenser Juden vorzulegen. Beginnend mit der Landgrafenzeit wird dem Leben vieler alteingesessener Familien nachgespürt. Anhand von Geschichten über Menschen und Begebenheiten wird so die Geschichte der jüdischen Bürger lebendig. Ob es um Synagoge und Schule, einen Europameister im Ringen, FKP-Fans oder den Metzger um die Ecke geht, das Alltagsleben wird mit Originalzitaten belegt und macht so die Geschichte des jüdischen Pirmasens in wissenschaftlich fundierter, gut lesbarer Art greifbar.  

Zu den Autoren des Buches gehören: Ernst Becker, Frank Eschrich, Gerhard Heil, Bernhard Kukatzki, Dunja Maurer, Roland Paul, Ottmar Weber und Heike Wittmer.

Erhältlich ist das Buch zum Preis von 26,90 €

  • in der Thalia Buchhandlung, Pirmasens,
    Hauptstraße 8
  • im Forum Alte Post, Pirmasens
    Poststraße 2, Di.-So. 10:00 -17:00 Uhr
  • im Stadtmuseum Altes Rathaus, Pirmasens Hauptstraße 26, Di.-So. 14:00-17:00 Uhr
  • im Stadtarchiv Pirmasens, Neues Rathaus, Exerzierplatzstraße 17

Sie können "Juden in Pirmasens - Spuren ihrer Geschichte" auch direkt bestellen unter:

Stadtarchiv Pirmasens

Exerzierplatzstraße 17

z.H. Hrn. Norman Salzmann

66953 Pirmasens

+49 6331 84-2832

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