Aufnahme Song für Pirmasens mit großem Publikum

Pirmasenser Know-how als Vorbild für Kommunen in Nigeria

Im Rahmen einer Informationsreise zur Kreislaufwirtschaft, die federführend vom Umwelt-Campus-Birkenfeld organisiert wird, besuchte eine Delegation aus Nigeria am Dienstag, 28. April 2026, die Stadt Pirmasens. Die Veranstaltung fand statt auf Einladung des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) mit Unterstützung durch den Tertiary Education Trust Fund (TETF). Von besonderem Interesse für die Teilnehmer waren die Themen Abfall- und Abwasserwirtschaft sowie erneuerbare Energien. Begleitet wurden sie von Marco Angilella, Bereichsleiter Internationales Projektmanagement am IfaS.

 

Zum Auftakt stand ein Besuch auf der Kläranlage Felsalbe auf dem Programm, wo sich die Vertreter verschiedener Universitäten und akademischer Einrichtungen über neue Wege der Abwasserbehandlung informieren konnten. Mit der Anlage in Niedersimten setzt die Stadtverwaltung einen wichtigen Impuls für einen rücksichtsvolleren und sparsamen Verbrauch natürlicher Ressourcen. Hierfür haben der Abwasserbeseitigungsbetrieb und das Prüf- und Forschungsinstitut (PFI) in enger Kooperation ein innovatives Verfahren zur Phosphorrückgewinnung aus Nassschlamm entwickelt. Erklärtes Ziel ist eine nachhaltige Ressourcenschonung unter dem Aspekt der Nährstoffrückgewinnung von Phosphor und Stickstoff. Vor Ort erläuterte Benjamin Pacan, Abteilungsleiter der Forschungsanlagen im PFI, anschaulich die unterschiedlichen Prozesse innerhalb der Anlage.

 

Darauf folgte ein Besuch des Prüf- und Forschungsinstitutes auf der Husterhöhe. Dessen Leiter, Professor Dr. Günter Schell, begrüßte die Gäste gemeinsam mit Bürgermeister Michael Maas, der über die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Pirmasens referierte.

 

Beim Besuch der Delegation in Rheinland-Pfalz ging es in erster Linie um Wissensvermittlung und Kooperation bei der Umsetzung in den unterschiedlichen Regionen Nigerias. Mit rund 237 Millionen Einwohner ist es mit Abstand das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Von den nachhaltigen Projekten lernend, streben die Gäste eine Transformation in den jeweiligen Regionen Nigerias an.

 

„Es ist überaus spannend zu erleben, wie die in Pirmasens entwickelten technischen Innovationen globales Interesse hervorrufen. Zugleich sind auch wir dankbar für den fachlichen Austausch mit Vertretern von Nationen, die vor denselben Herausforderungen stehen. Im Zuge dessen hoffen wir, mit unserem Know-how und fachgebietsübergreifenden Perspektiven und Herangehensweisen ein Stück weit Vorbild sein zu können in Bezug auf die Themen erneuerbare Energien und Ressourcenschonung. Daher freuen wir uns auf weitere Besuche dieser Art – gerade in heutigen Zeiten ist es enorm wichtig, sich international eng miteinander zu vernetzen und gemeinsam Lösungen zu finden“, kommentiert Michael Maas abschließend.