Aufnahme Song für Pirmasens mit großem Publikum

Vom Walddorf zur Residenz: Sonderausstellung im Stadtmuseum

1763 wurde Pirmasens von Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt zur Stadt erhoben. Bis dahin war Pirmasens ein Pfarrdorf mit einer kleinen Kirche und 30 bis 40 Häusern. Mit dem schillernden Adeligen zog ein Gönner und Förderer hierher, der Pirmasens zu einer Residenz- und Soldatenstadt formte, die bei seinem Tod 1790 rund 9 000 Einwohner zählte.

 

Doch wie lebten die Menschen zuvor? Wer waren die ersten Einwohner? Welche Schickale hatten sie zu erdulden? Die Wechselausstellung gibt Antworten auf diese Fragen und Einblick in diese erste(n) Zeit(en) von Pirmasens, als zum Zwecke der „Eichelmast“ noch Schwein gehütet wurden, manche der ärmeren Einwohner in Felsenwohnungen hausten und die ersten Wirtshäuser entstanden. Zu den ersten seiner Art zählte die Gaststätte „Drey Kronen“. Deren Wirtshausschild von 1725 wird in der Ausstellung gezeigt.

 

Bebildert ist die Schau mit Aquarellen von Ernst Martin. Rund 100 dieser Bilder hat der Heimatforscher Oskar Schäfer gesammelt. Sie zeigen liebevoll gestaltete Ansichten von Pirmasens, vergessene Gebäude und Straßen, die dem Betrachter ein Gefühl für das ehemalige Aussehen des Dorfes vermitteln. Oskar Schäfer, der den Grundstein für die Sammlung des Heimatmuseums legte, suchte in den 1920er/-30er Jahren die trauten Winkel von Pirmasens auf, wo sich Ansichten erhalten hatten und beauftragte den aus Rüsselsheim stammenden Kunstmaler Ernst Martin mit den Darstellungen. Als Quellen dienten zudem zeitgenössische Drucke, Stiche und nicht zuletzt die ältesten Fotografien von Pirmasens, die 1860 von dem Fotografen Reinhard erstellt wurden.

 

Ein weiterer Höhepunkt der Schau ist ein sogenannter „Jagdlappen“. Das Exponat aus dem Jahr 1737 stammt aus dem Besitz von Graf Johann Reinhard III. von Hanau-Lichtenberg. Das beinahe 290 Jahre alte Ausstellungsstück kam einst bei höfischen Festjagden zum Einsatz und ist jüngst in den Sammlungsbestand des Stadtmuseums gelangt.

 

 

Auf einen Blick: Die neue Sonderausstellung ist bis einschließlich 28. Juni 2026 im Stadtmuseum Altes Rathaus, Hauptstraße 26, zu sehen. Geöffnet ist die Einrichtung dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 2,50 Euro, Kinder haben in Begleitung Erwachsener freien Eintritt. Das Ticket berechtigt außerdem zum Besuch der Dauerausstellung „Wald, Schloss, Schuh – die Geschichte der Siebenhügelstadt“, des Scherenschnittkabinetts der Papierkünstlerin Elisabeth Emmler sowie der kleinen Ausstellung zu den Revolutionskriegen mit Leihgaben und Fundstücken von Martin Behrendt. Auskunft beim Stadtarchiv, Telefon: 06331/842299; E-Mail: stadtarchiv@pirmasens.de