Aufnahme Song für Pirmasens mit großem Publikum

Hitze und Trockenheit: Stadt ruft Bürger zum
Gießen von Bäumen auf

„Alle verfügbaren Mitarbeiter sind im Dauereinsatz, um Stauden, Floorbeete und Jungbäume zu bewässern. Wir haben unsere Kapazitätsgrenzen erreicht“, so Thomas Iraschko, Leiter des Wirtschafts- und Servicebetriebs. Derzeit sind sieben Kolonnen unterwegs, die wöchentlich gut 80 000 Liter Wasser ausbringen. Dennoch sei es aktuell nicht möglich, alle Straßenbäume in Pirmasens und den sieben Ortsbezirken bedarfsgerecht zu wässern.

„Jede zusätzliche Gießkanne hilft“, erklärt Thorsten Heller, Leiter des Garten- und Friedhofsamtes. Gerade Jungbäume, also solche, die in den vergangenen fünf Jahren gepflanzt wurden, stünden im Fokus. „Sie leiden in diesen Tagen ganz besonders unter außergewöhnlichem Trockenstress und sind dringend auf eine Bewässerung angewiesen. Das steigert die Anwuchschancen, so der studierte Forstwissenschaftler. Ältere Bäume hingegen könnten sich über ihr ausgeprägtes und tiefreichendes Wurzelwerk besser selbst versorgen.

„Gießen Sie bitte, wenn es möglich ist, einmal wöchentlich mindestens fünf große Eimer Wasser, also gut 50 Liter, an den Stammfuß der Straßenbäume vor Ihrer Haustür“, appelliert Thorsten Heller an die Pirmasenser. Um das Grün effektiv zu wässern, rät er dazu, sauberes Leitungswasser oder, falls vorhanden, aufgefangenes Regenwasser zu verwenden. Außerdem solle möglichst in den späten Abendstunden gegossen und das Wasser möglichst gleichmäßig im Baumbeet verteilt werden, empfiehlt der Fachmann.

Selbst das Gewitter mit Regenschauern, das letzte Nacht über die Südwestpfalz gezogen ist und die leichte Abkühlung können die Folgen der Trockenheit nicht ausgleichen, höchstens abmildern. „Der Starkregen dringt nicht bis zu den Wurzeln vor, weil das Wasser auf dem ausgetrockneten und steinharten Boden oberflächlich abfließt“, so Heller.

Vereinzelt haben sich besorgte Anwohner bereits an das Garten- und Friedhofsamt gewendet und gefragt, ob durch die anhaltende Trockenheit bleibende Schäden an den Bäumen entstehen. „Das Gelbwerden der Blätter und der aktuell zu beobachtende Laubabwurf sind Teil einer natürlichen Reaktion auf anhaltende Sommerhitze und Trockenheit“, sagt der 50-Jährige. Dadurch würden die Bäume versuchen ihre Verdunstungsfläche zu reduzieren und dadurch den Wasserverlust, weiß Heller. Dieses Verhalten diene dem Schutz vor weiterem Stress und sei nicht zwangsläufig ein Anzeichen für das Absterben eines Baumes. Ein Beispiel dafür seien etwa die Linden in der Straße „Am Kuttelbrunnen“ im Ortsbezirk Fehrbach. Die entlaubten aber vitalen Bäume hätten in den vergangenen Tagen Fragen nach deren Zustand aufgeworfen. Nach gezielter Bewässerung habe der natürliche Johannistrieb eingesetzt und die Kronen zeigen sich wieder deutlich belaubt. „Dieser zweite Austrieb ermöglicht vielen Baumarten die Bildung neuer Blätter und Triebe sowie den teilweisen Ausgleich des zuvor entstandenen Blattverlustes“, erläutert Thorsten Heller.

Das Garten- und Friedhofsamt bittet daher die Bevölkerung auffällige Bäume mit deutlichen Anzeichen von Trockenstress oder nachlassender Vitalität zu melden –per E-Mail an gartenamt@pirmasens.de . So können betroffene Standorte zeitnah von den Fachleuten überprüft und bei Bedarf geeignete Pflegemaßnahmen eingeleitet werden. 

„Wir danken allen Bürgerinnen und Bürgern, die bei der Pflege der Bäume helfen, herzlich für ihre Engagement“, so WSP-Leiter Thomas Iraschko. Jede zusätzliche Gießkanne trage dazu bei, das Stadtgrün zu erhalten und die Widerstandkraft der Bäume gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken.


Hintergrund: Pirmasens ist eine grüne Stadt, nicht zuletzt dank 30 000 Stadtbäumen, davon allein 18 400 in öffentlichen Anlagen, Parks und entlang von Straßen und auf Grüninseln.

Im Sommer sorgen die Bäume für ein dichtes, grünes Blätterdach und Schatten, im Herbst kokettieren sie mit ihrem sich verfärbenden Laub und im Frühjahr wieder mit frischem, sattem Grün. Als Sauerstoffproduzenten haben sie für Pirmasens auch eine wichtige Funktion für Luft und Klima. Und schließlich bieten sich auch Vögeln, Insekten und anderen Kleinlebewesen ein Zuhause.

Für die Baumpflege betreibt die Stadtverwaltung einen beträchtlichen personellen und finanziellen Aufwand. In regelmäßigen Abständen werden die Bäume auf Krankheiten, Schädlingsbefall und Totholz kontrolliert. Hinzu kommt die Baumpflege mit Schnitt, Bewässerung und Düngung. Eine besondere Hilfe bei der Baumpflege, besonders im Sommer, sind die ehrenamtlichen Baumpaten, die oftmals im Umfeld ihrer Wohnung die Pflege und das Gießen übernehmen.