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Kunst am Bau: Stadt lobt Wettbewerb für neue Sporthalle aus
Die Skulptur soll zur Identifikation mit dem Ort beitragen, der in Zukunft dem Breiten-, Vereins- und Schulsport neue Perspektiven ermöglicht. Neben den vielseitigen Sportmöglichkeiten für alle Generationen bilden die Themen Inklusion, Integration und Kommunikation tragende Säulen innerhalb des Konzeptes. Die künstlerische Gestaltung des Objektes soll einerseits die Vielfalt der Nutzergruppen aufgreifen und andererseits auch der Architekturhaltung des Bauwerks Rechnung tragen, heißt es in der Auslobung.
Ihren Platz findet die Kunst im Außenbereich, direkt vor dem Eingang zur Sportstätte. Die Skulptur soll sich harmonisch in den architektonischen Kontext einfügen oder einen bewussten Gegensatz bilden, der mit den vorhandenen Materialien wie Holz und Beton korrespondiert. Licht oder Beleuchtung können als Gestaltungselement eingesetzt werden. Berücksichtigen müssen die Teilnehmer des Wettbewerbs eine robuste Ausführung gegen möglichen Vandalismus und die Auswahl von Material, das der Witterung Rechnung trägt.
Professionell freischaffende Künstler und Kunsthandwerker sind aufgerufen, ihre Bewerbungsunterlagen bis zum 24. April 2026 einzureichen. Es handelt sich um einen nicht offenen Wettbewerb mit vorgeschaltetem offenem Bewerbungsverfahren. Aus dem Bewerberkreis werden sechs Personen von einem Auswahlgremium bestimmt, die einen künstlerischen Entwurf erarbeiten. Die Zeitschiene sieht vor, dass Mitte Juli das Preisgericht tagt und aus maximal sechs Entwürfen einen Sieger kürt. Ab diesem Zeitpunkt bleiben dem Künstler knapp fünf Monate Zeit, das Objekt anzufertigen.
Die detaillierten Ausschreibungsunterlagen stehen im Internet unter www.pirmasens.de/kunstambau zur Verfügung.
Stichwort: In Pirmasens entsteht derzeit eine der modernsten Zweifeld-Sporthallen in der Südwestpfalz. Rund 12,1 Millionen Euro investiert die Stadt – mit großzügiger finanzieller Unterstützung von Bund und Land – in den Neubau, der Maßstäbe setzt.
Die Sportstätte in der Turnstraße schafft dringend benötigte Kapazitäten für den Schulsport und bietet optimale Rahmenbedingungen für Unterricht und Wettkampf. Gleichzeitig stellt das Vorhaben einen wichtigen Impuls zur städtebaulichen Entwicklung des Quartiers dar. Auch dem Breiten- und Vereinssport in Pirmasens eröffnet der multifunktionale Komplex neue Perspektiven. Die Themen Inklusion und Integration im und durch den Sport nehmen bei dem Großprojekt einen hohen Stellenwert ein.
Das Konzept zeichnet sich durch hohe Funktionalität sowie eine moderne, auf das Wesentliche reduzierte Architektur in Holz und Sichtbeton aus. Ein zukunftsweisendes Energiekonzept korrespondiert mit der Verwendung wertbeständiger naturnaher Baustoffe. Die Pläne stammen aus der Feder des Architekturbüros Walter Huber. Im Sommer 2020 war das Unternehmen aus Stuttgart als Sieger aus einem Realisierungswettbewerb hervorgegangen. Spatenstich war Anfang Juni 2024. Eine Inbetriebnahme ist für Spätsommer 2026 geplant.
Hintergrund: Kunst am Bau hat in Deutschland eine lange Tradition, die bis in die Weimarer Zeit zurückreicht. Ein Großteil aller öffentlichen Bauprojekte wird vom Bund oder den Ländern finanziell gefördert, auch auf kommunaler Ebene.
Rheinland-Pfalz folgt hierbei dem Beispiel des Bundes und hat festgelegt, dass bei geförderten Bauprojekten ein bis zwei Prozent der Baukosten für eine künstlerische Gestaltung vorgesehen werden sollen.
Diese Gestaltung wird als Kunst am Bau bezeichnet und ist von der Architektur und der Designsprache der Gebäude unabhängig. Sie soll sich jedoch auf das Gebäude und seine Nutzung beziehen und mit den vorhandenen Strukturen in einen ästhetischen Dialog treten.
Als Element der Baukultur prägt die Kunst am Bau die Qualität und Ausdruckskraft von Bauten und kann darüber hinaus auch auf den umgebenden öffentlichen Raum wirken. Sie ist im Innen- oder Außenbereich dauerhaft mit den Bauwerken verbunden und kann, je nach Gebäude, Zweck und Flächenpotenzial unterschiedlichen künstlerischen Sparten entstammen, von eher klassischen bildhauerischen oder malerischen Konzepten bis hin zu digitalen Video- oder Projektinstallationen.
Die Anfänge der Kunst am Bau liegen in der künstlerischen Gestaltung von Bauwerken, die lange Zeit fester Bestandteil der Architektur waren. Erst als sich im 20. Jahrhundert vermehrt minimalistische und nüchterne Architekturkonzepte durchsetzen, kam der Kunst eine neue Rolle zu. Die grundlegende Idee und die noch heute gültigen Regeln für Kunst am Bau verabschiedete der Bundestag auf seiner 30. Sitzung im Jahr 1950 auf Empfehlung des Deutschen Städtetages.
Kunst am Bau schafft einen kulturellen Mehrwert. Sie ist eines der größten und wichtigsten Programme zur Förderung von Kunst und Künstlern in Deutschland. Gemeinsam mit der Architektur dokumentiert sie die Entwicklung in der Ästhetik und dem künstlerischen Schaffen einzelner Jahrzehnte.


