Aufnahme Song für Pirmasens mit großem Publikum

Ein Klassiker im absurden Gewand: A.K.T.
präsentiert „Macbett“

Für seine neueste Inszenierung hat sich A.K.T. die Bearbeitung eines sehr bekannten Klassikers ausgesucht. In „Macbett“ verändert Ionesco, einer der bekanntesten Vertreter des Absurden Theaters, Shakespeares blutrünstige Tragödie „Macbeth“ in ein phantastisch-kasperlehaftes Spektakel. Dabei erwartet das Publikum unter anderem die überraschende Nutzung sehr ungewöhnlicher Requisiten, den Auftritt von Personen, mit denen man wirklich nicht gerechnet hat, und die Konfrontation mit Wunsch, Wahn und Wirklichkeit.

Nachdem sie einen Aufstand unterdrückt haben, verspricht König Duncan den beiden Generälen Macbett und Banco für ihre Dienste Land, Titel und Geld, bricht jedoch sein Versprechen. Daraufhin schmiedet Macbett, bestärkt von der verführerischen Lady Duncan, den Plan, den König zu ermorden und sich selbst zu krönen. Nach allerlei Mord und Blutvergießen suchen ihn die Geister seiner Opfer heim, zudem scheint seine neue Frau nicht die zu sein, die sie vorgibt. Am Ende wird Macbett besiegt und der rechtmäßige Thronerbe wird ein schlimmerer Tyrann, als Macbett es je war, und Begründer einer Dynastie, zu der unter anderem Hitler gehört.

Entstanden während des Kalten Krieges, ist „Macbett“ ein Frontalangriff auf den Totalitarismus. Die absurd-komische Geschichte von Ehrgeiz, Korruption, Feigheit und Übertreibung ist eine tragische Farce, die die menschliche Torheit in ihrer wildesten Ausprägung zeigt.

Diese Mischung von Königsdrama, Clownerie und schwankhaftem Schauerstück mit lebenden Puppen inspiriert das Ensemble des Armen Kreativen Theaters in besonderer Weise. In den vergangenen dreißig Jahren führte A.K.T. immer wieder Komödien mit ernstem Hintergrund auf. Ionescos Tragikomödie passt ausgezeichnet in die heutige Zeit, denn, wie der Autor schon 1972 bemerkte, geht es in seinem Stück „um das Problem der Macht, des Ehrgeizes und der bösen Aktion“ und die Erkenntnis, dass „die Ereignisse den Menschen beherrschen und nicht der Mensch die Ereignisse“.

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Auf einen Blick: Am Samstag, 2. Mai, sowie am Freitag und Samstag, 8. und 9. Mai, ist das Schauspiel „Macbett“ im Forum Alte Post zu erleben. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 20 Uhr. Eintrittskarten zum Preis von 15 Euro, ermäßigt sieben Euro, gibt es im Vorverkauf beim Kulturamt im Forum Alte Post (Telefon: 06331/2392716; E-Mail: kartenverkauf@pirmasens.de) oder im Internet unter www.pirmasens.de/kultur

 

Über den Autor: Der rumänisch-französische Autor Eugène Ionesco (1909-1994) zählt zu den führenden Vertretern des Absurden Theaters und gilt als der bedeutendste französische Dramatiker der Nachkriegszeit. Er verfasste zahlreiche Werke, die die Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz und die Absurdität des alltäglichen Lebens thematisieren. Über den Einakter „Die kahle Sängerin“ hinaus, mit dem ihm der Durchbruch gelang, schuf er bedeutende Werke wie „Die Stühle“ (1952), „Die Nashörner“ (1959) und „Der König stirbt“ (1962). Sein Grab befindet sich auf dem Pariser Friedhof Montparnasse und trägt die Inschrift „Ich bitte den 'ich weiß nicht wer' – ich hoffe: Jesus Christus.“

 

Hintergrund: Die Amateur-Theatergruppe A.K.T. wurde 1995 von ehemaligen Mitgliedern der Schultheatergruppe „Prolögchen“ des Immanuel-Kant-Gymnasiums gegründet. Die neueste Produktion „Der Sarkophag“ ist bereits das 28. Stück, das zur Aufführung kommt.

Das Ensemble setzt sich aus etwa fünfzehn Frauen und Männern zusammen, die in einem demokratischen Prozess die jeweiligen Stücke auswählen. A.K.T. hat sich zur Aufgabe gemacht, möglichst nicht das „große Theater“ zu kopieren, sondern eigene Wege zu gehen. Dies wird schon bei der Auswahl der Stücke deutlich. Die üblichen Klassiker fehlen oder werden entsprechend bearbeitet. Auch Eigenproduktionen sind ein Markenzeichen der engagierten Gruppe. Dabei steht das A.K.T. mit seiner Kreativität immer im Vordergrund.

 

A.K.T. reizt es, immer wieder neue Spielorte zu finden und unterschiedliche Spielformen zu entwickeln. Mitten im Raum zu spielen und auf eine Guckkastenbühne zu verzichten, ist für alle Beteiligten eine Herausforderung, natürlich auch für das Publikum, das bei dieser Spielform Theater ganz nahe und intensiv erleben kann.