Aufnahme Song für Pirmasens mit großem Publikum
© Stadt Pirmasens

Erinnerung

9. November: Pirmasens gedenkt den Opfern des Nationalsozialismus

Die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Pirmasens reicht bis in die Landgrafenzeit zurück. Viele Mitbürger jüdischen Glaubens haben sich unter anderem in Vereinen, als Geschäftsleute, in der Schuhindustrie, als Ärzte oder im Kulturleben in die Stadtgesellschaft aktiv eingebracht und die Historie der Siebenhügelstadt maßgeblich mitgeprägt. Mit dem Aufkommen der Nationalsozialisten und den von ihnen veranlassten Repressionen wurden viele Pirmasenser Juden vertrieben und mehr als 270 in Konzentrationslagern ermordet oder in den Tod getrieben.

Am kommenden Montag, 9. November, 17.30 Uhr, wird an die Ereignisse in der Synagogengasse erinnert. In dieser Straße befand sich bis zur Zerstörung in der Pogromnacht zum 10. November 1938 die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Pirmasens. Oberbürgermeister Markus Zwick wird zusammen mit Pfarrerin Kerstin Strauch (Johanneskirchengemeinde) an der Mahntafel einen Kranz niederlegen und der Opfer gedenken.

Die sogenannten Gedankensplitter haben in diesem Jahr die Schüler des Leistungskurses Geschichte der Integrierten Gesamtschule Thaleischweiler erarbeitet. Der Arbeitskreis „Geschichte der Juden in Pirmasens“ wird durch einen Beitrag von Karola Streppel vertreten sein.

Im Anschluss an die Kranzniederlegung und die Redebeiträge lädt die Evangelisch-Methodistische Kirche zu einem Gedankenaustausch in ihren Räumlichkeiten ein.

In Zeiten, in denen antisemitische und fremdenfeindliche Tendenzen in unserem Land leider zunehmen und ein dauerhafter Frieden im Gaza-Krieg weiter nicht in Sicht ist, soll dieser Gedenktag auch im Zeichen eines Bekenntnisses zu einer offenen und toleranten Gesellschaft stehen. Die Stadt Pirmasens lädt alle Interessierten ein, an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen und gemeinsam ein Zeichen für Erinnerung, Menschlichkeit und ein respektvolles Miteinander zu setzen.