Thermometer zeigt hochsommerlich heiße Temperaturen vor einem orange gelben Hintergrund

Klimaanpassung

Klimaanpassung 

Klimaschutz und Klimaanpassung

Klimaschutz bedeutet, Treibhausgase zu verringern und damit den Klimawandel zu bremsen. 

Die Klimaanpassung setzt dort an, wo Veränderungen bereits spürbar sind: Sie sorgt dafür, dass Menschen, Gebäude, Straßen und Grünflächen mit heißeren Sommern, längeren Trockenperioden und stärkeren Regenereignissen zurechtkommen. 

Beide Aufgaben ergänzen einander – die eine ersetzt die andere nicht.

Was das für Pirmasens bedeutet

Pirmasens liegt auf den Höhen des Pfälzerwaldes und als „Siebenhügelstadt“ prägen die 7 Hügel nicht nur topografisch das Stadtbild. 

Die Topografie wirkt dabei in zwei Richtungen: Bei Starkregen fließt Wasser über die Steillagen sehr schnell ab und sammelt sich in kurzer Zeit in den tiefer gelegenen Bereichen, wo es Kanäle, Straßen und Grundstücke überlasten kann. Im Sommer wiederum heizen sich die dicht bebauten und versiegelten Flächen der Innenstadt deutlich stärker auf als die waldreichen Ränder des Stadtgebiets. Spürbar wird das auch an unseren Stadtbäumen. Trockenheit und Hitze setzen gerade jenen Bäumen zu, die an heißen Tagen den nötigen Schatten spenden. 

Und nicht alle Menschen sind gleichermaßen betroffen: Ältere Menschen, kleine Kinder sowie Personen mit Vorerkrankungen reagieren empfindlicher auf Hitze – und für viele von ihnen ist der Weg zu den kühlen Grün- und Waldflächen am Stadtrand nicht ohne Weiteres zu bewältigen.

Weitere Informationen

Schutz- und Versorgungsinfrastruktur

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  • Pirmasens macht sich fit für den Klimawandel

    Der Klimawandel verändert die Bedingungen in den Städten: Hitzeperioden werden häufiger und länger, Trockenphasen nehmen zu, Niederschläge verlagern sich in die Wintermonate, oder treten im Sommer als kurze, intensive Starkregenereignisse auf. Für Pirmasens sind dabei die örtlichen Gegebenheiten maßgeblich: die Lage am Rand des Pfälzerwaldes, die ausgeprägte Topografie mit deutlichen Höhenunterschieden und der dicht bebaute, versiegelte Innenstadtbereich. Versiegelte Flächen speichern Wärme und geben sie zeitverzögert wieder ab, Niederschlagswasser versickert dort nicht, sondern fließt oberflächlich ab, was die Kanalisation an Ihre Grenzen bringen kann. 

    Hitze wirkt sich dabei nicht auf alle Menschen gleich aus. „Vulnerable Gruppen“, also ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Menschen mit chronischen Erkrankungen oder eingeschränkter Mobilität aber auch Personen, die im Freien arbeiten, reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen. Ziel muss es also sein, den öffentlichen Raum auch an heißen Tagen für alle Bevölkerungsgruppen gut nutzbar zu halten. Auch Grünflächen und Stadtbäume sind in langen Trockenphasen auf zusätzliche Wasserversorgung angewiesen.

    Das Projekt „Pirmasens macht sich fit für den Klimawandel" setzt hier an. Der Schwerpunkt liegt daher auf der s.g. grünen Infrastruktur. Für den Erhalt des Baumbestands wird ein Netz digitaler Bodensensoren aufgebaut, dessen Daten über eine Plattform ausgewertet werden und eine bedarfsgerechte Bewässerung ermöglichen. Bei Neupflanzungen kommt das „Stockholmer Baumpflanzsystem“ (SBS) zum Einsatz, bei dem nach dem Schwammstadtprinzip Niederschlagswasser im Wurzelraum gespeichert und die Kanalisation entlastet wird. Durch diese Schwammfähigkeit können nicht nur die Bäume langfristig auch weiteren Hitzeperioden standhalten (Werterhalt des städtischen Inventars), durch die Speicherung des Wassers vor Ort entsteht auch wichtige Verdunstungskühlung .

    Eine zweite Säule des Projektes bildet die Akteursbeteiligung. Bürgerinnen und Bürger, Schulen sowie städtische Interessensvertretungen - darunter der Jugendstadtrat und der Seniorenbeirat - werden über Workshops und Veranstaltungen in den Prozess eingebunden. Für Schulen wird bspw. ein s.g. Klimawandel-Diplom als Projekttag entwickelt und an einer Schule exemplarisch durchgeführt. 
    Begleitend baut die Stadt ein Monitoringsystem auf und führt die Projektergebnisse in ihre städtebaulichen Planungen weiter.

    Projektdaten auf einen Blick
    Fördergeber: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Programm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel", finanziert aus dem Klima- und Transformationsfonds
    Zuwendungsempfänger: Stadtverwaltung Pirmasens
    Fachliche Begleitung (Auftragnehmer): Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) an der Hochschule Trier, Umwelt-Campus Birkenfeld
    Laufzeit: 01.10.2025 bis 31.12.2027
    FKZ: IP-20.60.08-23.037  

    Logo Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
    Logo IfaS - Institut für angewandtes Stoffstrommanagement

       

  • Deutscher Wetterdienst bietet Hitzewarnsystem / UV-Gefahrenindex