Aufnahme Song für Pirmasens mit großem Publikum

Gesprächsreihe fragt: Wo hört Heimat auf, wo
beginnt Entfremdung?

Veranstalter des Formats ist die 2022 in Berlin gegründete Schriftstellervereinigung „Poets, Essayists, Novelists“, kurz PEN. Die Reihe tourt aktuell mit unterschiedlichen Podiumsteilnehmern durch 18 Kommunen in Rheinland-Pfalz. In Pirmasens präsentiert die Stadtbücherei in Kooperation mit dem Kulturamt die Diskussionsrunde.

 

Wo hört Heimat auf, wo beginnt Entfremdung? In einer Zeit, in der sich viele Menschen fragen, ob sie in ihrer eigenen Umgebung noch eine Stimme haben, stellt PEN die provokante Frage: „Ist das noch/schon mein Land“. Unter dem Wort Heimat können sich viele Menschen immer noch – oder wieder? – etwas vorstellen: in rechtsextremen Kreisen, die diesen Begriff zu vereinnahmen versuchen, aber auch links der Mitte. Was aber ist Heimat? Und wie viel Heimat braucht der Mensch? Was ist erforderlich, um sich zu beheimaten? Was gefährdet das Heimatgefühl?

 

„Über all das kann und sollte man auch in Berlin und Hamburg reden“, sagt PEN-Berlin Sprecher Deniz Yücel. „Aber wir machen das jetzt in Koblenz, Prüm, Wittlich und Trier. Das ist Abend für Abend eine Einladung, die Spaltung der Öffentlichkeit zu überwinden. Und das ohne Angst der Meinung frei nach Herz und Schnauze“, so der 52-Jährige weiter. Auch Yücel wird nach Pirmasens kommen und der Diskussionsrunde beiwohnen. 

 

Elementarer Bestandteil des Abends ist das Publikum. Die Besucher sind ausdrücklich eingeladen mitzureden – mit dem Podium, aber auch untereinander. Zu Gast im Forum Alte Post sind der renommierte Schweizer Sportjournalist Marcel Reif und die Schriftstellerin Lucy Fricke. Der 76-Jährige arbeitete von 1972 bis 1994 für das ZDF, später für RTL und bis 2013 für den Sender Sky. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Grimme-Preis. Bis 2002 war er Lehrbeauftragter an der Deutschen Sporthochschule Köln. Reif engagiert sich im Verein „Zweitzeugen“, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Geschichte von Holocaust-Überlebenden weiter zu tragen, darunter dem Schicksal seines jüdischen Vaters Leon Reif. Aus Berlin reist die Bestseller-Autorin Lucy Fricke an den Horeb. Die gebürtige Hamburgerin arbeitete als Schnittassistentin, ehe sie sich der Literatur widmete. Sie war zuletzt Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. Aus ihrer Feder stammen so erfolgreiche Romane wie „Die Diplomatin“ und „Das Fest“. Für ihr Werk „Töchter“ erhielt die heute 52-Jährige den Bayerischen Buchpreis. Weiterhin wurde der Roman in acht Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt. 2010 gründete sie das Hamburger Literaturfestival HAM.LIT und ist seit Juni 2025 Vorstandsmitglied bei PEN Berlin.

 

Moderiert wird die Runde von Mladen Gladic. Geboren wurde der Journalist und Medienwissenschaftler 1975 in Münster. Aufgewachsen ist er in Pirmasens. Nach seiner Forschungstätigkeit an verschiedenen Universitäten wechselte er zur Wochenzeitung „Der Freitag“. Seit 2020 ist er Redakteur im Feuilleton der „Welt“. Mit Erika Thomalla betreibt er den Podcast „Literatur im Betrieb“.                                                                                                                                www.pirmasens.de/buecherei

 

Auf einen Blick: PEN-Berlin gastiert mit seiner Vortragsreihe „Hallo Rheinland-Pfalz, reden wir über Heimat“ am Mittwoch 18. März 2026, im Forum Alte Post. Einlass in den Elisabeth-Hoffmann-Saal im Forum Alte Post ist um 18.30 Uhr. Die Podiumsdiskussion beginnt um 19 Uhr. Kostenlose Eintrittskarten sind ab sofort im Forum Alte Post oder über das Online-Portal Ticket-Regional (www.ticket-regional.de) erhältlich.