Aufnahme Song für Pirmasens mit großem Publikum
© Stadt Pirmasens

Stadtbücherei

Stadtbücherei-Jubiläum: Wohliger Grusel mit Grimms bösesten Märchen

Die vorletzte Veranstaltung im Rahmen der Feierlichkeiten zum 125. Geburtstag der Stadtbücherei entführt die Gäste in eine Welt von Grimms Märchen, in denen sich statt freundlicher Geschichten über zarte Mädchen, mutige Ritter oder das tapfere Schneiderlein eher düstere Szenen abspielen. Dies ist teilweise auch historisch zu erklären, beispielsweise bei einem Klassiker wie „Hänsel und Gretel“: Das Märchen über die Geschwister, die sich im Wald in das Haus der furchterregenden Hexe verirren, nimmt Bezug auf den Dreißigjährigen Krieg, als es aufgrund von Hungersnöten zu Kannibalismus gekommen ist. Madeleine Giese und Rainer Furch widmen sich aber auch unbekannteren Erzählungen wie „Der Schmied und der Teufel“ oder der Menschenfresser-Geschichte „Okerlo“.

 Der Titel „Schlitterschlatter“ ist dabei Programm: Laut dem Grimm’schen Wörterbuch steht der Begriff für Blödsinn oder Humbug. Trotz allem Grusel kommt der Humor daher an diesem Abend selbstverständlich nicht zu kurz. Alexandra Maas umrahmt die Darbietung dabei nicht nur rein musikalisch mit ihrem Akkordeon, sondern verleiht den Märchen auch mit allerlei fantasievollen Geräuschen einen außergewöhnlichen Sound.

 Im Anschluss an die Veranstaltung ist das Publikum zu Sekt und guten Gesprächen eingeladen.

Auf einen Blick: Madeleine Giese und Rainer Furch gastieren gemeinsam mit Alexandra Maas am Freitag, 30. Oktober 2026, um 19.30 Uhr im Carolinensaal mit „Schlitterschlatter – zehn böse Märchen der Gebrüder Grimm nur für große Kinder“. Einlass ist ab 19 Uhr bei freier Platzwahl. Eintrittskarten zum Preis von 15 Euro sind ab Montag, 28. September 2026, ausschließlich in der Stadtbücherei erhältlich. Verbindliche Reservierungen sind ab diesem Zeitpunkt unter Tel. 06331 842359 sowie per E-Mail an stadtbuecherei@pirmasens.de möglich.       

Zur Person: 

Rainer Furch, in Neuwied/Rhein geboren und aufgewachsen in Kirn/Nahe, studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie in Mainz, arbeitete für Tageszeitungen und das ZDF und spielte in der freien Theaterszene in Rhein-Main (u. a. Mainzer Kammerspiele und Unterhaus). Anschließend absolvierte er eine Ausbildung zum Schauspieler in München. Seit 30 Jahren im Festengagement gehört er seit 2001 dem Ensemble des Pfalztheaters an. Eine Auswahl seiner Rollen: Faust, Willy Loman, Karl Moor, Macbeth, König Philipp, George, Petruchio.

Regelmäßig arbeitet er für TV und Film und wirkt in zahlreichen Hörfunkproduktionen mit. Zudem gastiert er seit über 25 Jahren zusammen mit Madeleine Giese als Duo „Wortlaut“ mit zahlreichen musikalisch-literarischen Programmen. 2021 wurde das Duo mit dem Dietrich Oppenberg Medienpreis ausgezeichnet.

Madeleine Giese ist in Lebach/Saar geboren. Nach dem Studium an der Hochschule für Musik und Theater Saarbrücken hatte sie von 1982-2001 diverse Schauspiel-Engagements in Süddeutschland, Studium der Theaterwissenschaft. Seit 1987 liefert sie Textbeiträge für Kabarett, Rundfunk und Theater. Seit 2002 ist sie freiberufliche Autorin von fünf Kriminalromanen, dem Roman „Galgenheck“, mehreren Krimi-Dinnern sowie Theaterstücken für Kinder und Erwachsene (u. a. „Wo fängt die Wand an?“ und „Die apokalyptischen Reiter“). Seit 2009 ist sie feste Hörspielautorin für den ARD Radio-Tatort. Aktuell ist sie bei ARD Sounds zu hören im Radio-Tatort „Mein Schatz“ und in der dritten Staffel der Kurzhörspielserie „Nebel heißt Leben rückwärts“.

Alexandra Maas widmete sich nach einer langjährigen klassischen Ausbildung zur Solistin zunehmend ihrer Begeisterung für Weltmusik. Sie gründete bereits Anfang 2000 die Band „french touch“ (Besetzung: Akkordeon, Gitarre, Kontrabass, Vibraphon/Percussion), deren musikalischer Kopf sie seit über 20 Jahren ist. Bei Konzerten von „french touch“ wie auch bei ihren zahlreichen Soloauftritten ist das Faible für französische Musettes und Tangos nicht zu überhören, wobei sie allen Interpretationen stets gefühlvoll ihre sehr eigene Note verleiht. Die musikalischen Spannungsbögen bedienen nie die Klischees französischer Rotweinseligkeit, sondern Berühren mit Ausdruck und Virtuosität Herz und Geist gleichermaßen.