Aufnahme Song für Pirmasens mit großem Publikum
© Stadt Pirmasens

STADTGESCHICHTE

Erinnerung bewahren: Stadtführung zur Reichspogromnacht

Damals brannten im gesamten Deutschen Reich die Synagogen, auch das jüdische Gotteshaus in Pirmasens. Der Gewaltakt war begleitet von Verhaftungen, Misshandlungen und der Zerstörung jüdischer Geschäfte. 

Die beiden Gästeführerinnen zeigen den Verlauf, die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe sowie die konkreten Auswirkungen auf das jüdische Leben vor Ort auf. An Stationen im Stadtgebiet erfahren die Teilnehmer, wie eng das jüdische Leben mit dem wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Alltag verbunden war – und wie es durch Verfolgung, Boykott und Gewalt systematisch ausgelöscht wurde.

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde reicht bis in die Landgrafenzeit zurück. Viele Mitbürger jüdischen Glaubens haben unter anderem in Vereinen, als Geschäftsleute, in der Schuhindustrie, als Ärzte oder im Kulturleben die Historie der Siebenhügelstadt wesentlich geprägt. Noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts gab es eine große jüdische Gemeinde, deren Versammlungsort die Synagoge in Pirmasens war. Mit dem Aufkommen der Nationalsozialisten und den von ihnen veranlassten Repressionen wurden viele Pirmasenser Juden vertrieben und mehr als 270 in Konzentrationslagern ermordet oder in den Tod getrieben.

Beginnend in der Hauptstraße führt der Rundgang entlang der damals bestehenden jüdischen Geschäfte wie zum Beispiel dem Kaufhaus Bähr, das sich in der Fußgängerzone befand. Neben der Friedhofstraße und Landauer Straße, wo das Geschäft der Familie Katz ihren Sitz hatte, geht es weiter zum jüdischen Friedhof an der Ottostraße, auf dem es zu Grabschändungen gekommen war. Den Abschluss der Führung bildet der ehemalige Platz der Pirmasenser Synagoge. 


Auf einen Blick: Die offene Stadtführung am Samstag, 7. November 2026, steht unter dem Titel „Erinnerung bewahren – Die Reichspogromnacht in Pirmasens“. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr an der Lutherkirche in der Fußgängerzone, Hauptstraße 58; bei schlechtem Wetter findet dort die Führung virtuell statt. Kosten für die Führung: Sieben Euro pro Person. Kinder bis 14 Jahre sind frei. Um Anmeldung beim Stadtarchiv unter der Telefonnummer 06331/842299 wird gebeten.