Blick auf das Rathaus am Exerzierplatz

Modellprojekt: Spucktests für Kita-Kinder sollen Sicherheit erhöhen

„Wir wissen inzwischen, dass Kinder in der dritten Welle stärker betroffen sind als bisher. Das Infektionsgeschehen in den Kitas zeigt uns, dass wir auch hier verstärkt testen müssen, um Einschleppungen des Virus zu verhindern und Infektionsketten zu durchbrechen“, erklärt Oberbürgermeister Markus Zwick. Als essenzielles Element zur Eindämmung der Pandemie sei es deshalb notwendig auch an den Kitas mit regelmäßigen Schnelltest-Angeboten eine zusätzliche Sicherheitssäule für die Kleinsten anzubieten. „Wir möchten mit unserem Modellversuch einen entscheidenden Beitrag leisten, den Betrieb in Kindertagesstätten so sicher wie möglich zu gestalten“, begründet Zwick den Vorstoß der Stadt. Das Land habe bisher keine Initiative gezeigt, stehe aber in der Verantwortung: „Die Testung in den Kitas ist zentraler Teil der Pandemiebekämpfung und eine staatliche Aufgabe“, so der Oberbürgermeister. Er appelliert an das Bildungsministerium, die Kommunen dabei zu unterstützen und die nicht unerheblichen Kosten bei der Beschaffung der Testkits zu übernehmen. Kindergärten und Krippen würden dem Nachwuchs Halt und Struktur in ihrem Alltag geben. Der Kontakt mit anderen Kindern und die Förderung durch die Erziehungskräfte seien enorm wichtig für die Entwicklung, ist Zwick überzeugt. Die Einrichtungen weiter dauerhaft offen zu halten sei das oberste Ziel.

 

„Uns ist bewusst, welch enorme Belastung die Pandemie für Familien und Kinder darstellt. Die Balance zwischen Gesundheitsschutz, Betreuungs- und Bildungsangeboten ist eine gewaltige Herausforderung“, beschreibt die städtische Jugendpflegerin Bettina Walnsch die Situation. Neben der strikten Anwendung der allgemeinen Hygieneregeln, dem Einhalten der Gruppentrennung und dem bestehenden Impfangebot für Erzieher und Personal sei das regelmäßige Testen in den Einrichtungen ein weiterer wesentlicher Baustein um die Virusverbreitung einzudämmen, so Walnsch weiter.

 

Das geplante Pilotprojekt an zwei städtischen Kitas soll in der kommenden Woche starten. Die Teilnahme ist freiwillig, Voraussetzung ist eine vorliegende Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigen. Die Elternbriefe wurden bereits verschickt, Rückmeldungen stehen noch aus. Bettina Walnsch hofft auf eine breite Akzeptanz: „Nicht zuletzt weil die Spucktests sehr leicht anzuwenden sind und sich deshalb besonders gut für die Knirpse eignen“. Mediziner bewerten den Speicheltest zur Coronavirus-Diganose als valide Alternative zum Nasen-Rachen-Abstrich. In den beiden Einrichtungen setzt die Stadt auf einen vom Bundesfamilienministerium empfohlenen Laientest. Dabei leiten die Erzieherinnen und Erzieher die Kinder in kleinen Gruppen an. Sollte ein Test positiv ausfallen, werden umgehend die Eltern kontaktiert und das Gesundheitsamt informiert. Das Kind müsste in Quarantäne. Weiterhin würde ein PCR-Test vorgenommen.

 

Sollte der Pilotversuch positiv verlaufen und Akzeptanz bei den Eltern finden, sollen die 140 Kinder in den beiden Einrichtungen während der Pilotphase zweimal pro Woche getestet werden. Ziel von Oberbürgermeister Markus Zwick ist es, nach einer Evaluation das Modell auf alle städtischen Kitas auszuweiten und dauerhaft anzubieten. Die Stadt investiert zunächst rund 1 400 Euro in die Anschaffung der Testkits.