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Aktuelles Archiv

Aktuelles: Archiv

Vergangene Aktionen und Veranstaltungen:

16. Mai 2021: Aus Museum und Depot

Anlässlich des Internationalen Museumstages am 16. Mai 2021, der in diesem Jahr auf die thematische Vielfalt in den Museen hinweisen will, hat das Stadtarchiv seinen Bestand gesichtet.

Neben dem klassischen Stadtarchiv betreut das Amt das Stadtmuseum Altes Rathaus mit seinen umfangreichen Sammlungsbeständen und Ausstellungen. Da pandemiebedingt alle Museen in Pirmasens geschlossen sind, haben wir uns entschlossen Ihnen zehn Objekte aus der Museumssammlung zu präsentieren.

Bitte wählen Sie drei davon aus, die Sie gerne näher beschrieben hätten. Ende Mai werden wir die Hitliste veröffentlichen und bei den drei Erstplatzierten auch die Geschichte hinter den Dingen erzählen. Denn, die macht es ja erst spannend und trägt dazu bei, dass wir das Objekt für die Ewigkeit sichern wollen.

Ihre Auswahl schicken Sie bitte an archiv@pirmasens.de. (Gemäß der Datenschutzbestimmung werden alle eingehenden E-Mails nach Ablauf der Aktion gelöscht. Wenn Sie weiterhin informiert bleiben möchten, können Sie sich gerne in den Verteiler des Stadtarchivs aufnehmen lassen. Eine kurze Zustimmung in Ihrer E-Mail genügt.)

Ausgewählte Objekte aus der Museumssammlung:

Ergebnis 1. Juni 2021:

Insgesamt haben 20 Teilnehmer ihre Stimmen abgegeben: Spitzenreiter ist Objekt Nr. 2 mit 9 Stimmen, gefolgt von Objekt Nr. 9 mit 8 Stimmen. Den dritten Platz belegt Objekt Nr. 8 mit 6 Stimmen.

Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

Die Geschichten hinter den Objekten erfahren Sie hier:

Spitzenreiter: „Lurchi-Karussell“  (Objekt Nr. 2)

Am 22.07.2013 erhielt das Stadtmuseum Altes Rathaus ein Lurchi-Ringkarussell. Lurchi ist die Werbefigur der Marke Salamander. Anlässlich des Stadtjubiläums und der Gestaltung der Sonderausstellung „Wald, Schloss, Schuh - die Geschichte der Siebenhügelstadt“ im Forum Alte Post wurde das Karussell zuerst ausgeliehen.

Das in die Jahre gekommene Objekt wurde durch die städtische Schreiner restauriert. In der Ausstellungzeit war das Karussell der Anziehungspunkt für Jung und Alt. Kinder drehten die ein oder andere Runde auf dem Karussell und die Erwachsene erinnerten sich an die Zeit, als das Karussell noch in jedem Schuhladen stand.

Nach Umzug der Ausstellung ins Alte Rathaus und der Umgestaltung zu einer Dauerausstellung war uns sehr daran gelegen, das Objekt weiterhin zu zeigen, und deshalb wurde das Lurchi-Ringkarussell von privat angekauft.

Heute hat das Karussell Lurchi mit seinen fünf Freunden (Frosch Hopps, Zwerg Piping, Mäuserich Mäusepiep, Igel Igelmann und Gelbbauchunke Unkerich) seinen festen Platz im Stadtmuseum Altes Rathaus.

Platz 2: Skulpturen „Pirmasenser Originale“ (Objekt Nr. 9)

Die sechs Figuren aus Ton aus der Werkstatt des Hobbykünstlers Emil Becker aus  Bottenbach wurden dem Stadtarchiv 2017 übergeben. Sie stellen die „Pirmasenser Originale“ dar. Ihre Namen lauten:

-       De große Schäpp

-       Fetthans

-       De Schbidal Lui

-       S‘ Joschte Läppche 

-       De Haufe 

-       De Prima

Ursprünglich gab es noch einen weiteren Figuren-Satz der berühmten Pirmasenser, der lange Zeit in der Wirtschaft „Schreibstube“ in der Gärtnerstraße aufgestellt war. Der Verbleib der Figuren ist nach der Schließung der Kneipe nicht bekannt.

Der Künstler Emil Becker nutzte die um 1900 entstandenen Bilder des Pirmasenser Fotografen Joseph Schuberth und setzte sie in Keramik um. Er schuf damit diesen sechs Gesellen ein kleines Denkmal.

Alle Originale waren im 19. Jahrhundert geboren, und noch im 20. Jahrhundert erzählten sich die Pirmasenser die Anekdoten, die sich um die Persönlichkeiten rankten. Leider waren die Pirmasenser Originale arm und mittellos und oft auf Almosen angewiesen. Dafür mussten sie manchen derben Spaß der Zwicker aushalten und wurden zum Gespött der Leute.

Mit der Zeit verklärte sich der Blick und man sprach den sechs eine gewisse Bauernschläue zu. Eine ausführliche Recherche zu den Lebensläufen hat der Historische Verein 2007 in seinem Jahrbuch veröffentlicht. Dort finden sich auch viele Geschichten um die Urgesteine.

In der vorausgegangenen Geschichtswerkstatt des Historischen Vereins Pirmasens wurden noch weitere Originale aufgezählt. Zum Beispiel der „Besem“, der „Hugo“, die „Kaffeelotte“ oder aber auch die „Klara“, die beiden letztgenannten übrigens Männer. Da aber die Datenlage zu den Personen unzureichend ist, die Geschichten um die Personen sich auf wenige beschränken und keine Bilder der besagten existieren, sind wohl die oben genannten und in Ton entstandenen – die einzig wahren Pirmasenser Originale.

Platz 3: Fundkomplex Bronzeringe (Objekt Nr. 8)

Das Objekt Nr. 8 stellt einen Fundkomplex dar, aus einem Halsring, zwei Armringen und vier Beinringen, der auf einem Gräberfeld bei Erlenbrunn gefunden wurde und aus der Keltenzeit stammt.

Um 1930 fanden dort die ersten Ausgrabungen zur vorrömischen Eisenzeit in unserer Gegend statt. Initiator war der damalige Leiter des Heimatmuseums, Oskar Schäfer, der oftmals vom Kettrichhof über Erlenbrunn nach Pirmasens ging.

Am Weg fielen ihm immer wieder die merkwürdigen Hügel auf, die sich auf den Feldern und zum Teil im Wald erstreckten. Ehemals nannte man sie noch „Hünengräber“, weil man aufgrund der Größe annahm, dass dort Riesen der Vorzeit begraben wären. 

Bis 1934 wurden Ausgrabungen unternommen, die neben dem Fundkomplex auch andere Fundstücke hervorbrachten, darunter ein noch älteres Bronzebeil, das bisher den einzigen Fund zur Bronzezeit in unserer Gegend darstellt.

Datiert ist der abgebildete Fundkomplex auf das 5. bis 1. Jahrhundert v. Chr. und hat also ein Alter von mehr als 2000 Jahren. Durch seine feine Verarbeitung und den typisch „geschwungenen Stil“ zeigen die Bronzeringe bereits den Stilwechsel von der Hallstatt- zur Latènekultur.

Bis zu den Eroberungsfeldzügen der Römer war das Leben in der Region von der Welt- und Lebensanschauung der Kelten geprägt. Die Kelten waren die nachweislich erste ansässige Bevölkerung im Pirmasenser Raum.

Aufgrund des geringen Durchmessers der Ringe ist von einem jungen Menschen auszugehen, der diese Ringe trug. Heute sind die Ringe – wie ebenso das erwähnte Bronzebeil – in der Dauerausstellung „Wald, Schloss, Schuh – die Geschichte der Siebenhügelstadt“ im Bereich Vor- und Frühzeit zu besichtigen.

Ab Dienstag, den 15. Juni 2021, hat das Stadtmuseum wieder regulär von 14:00-17:00 Uhr geöffnet und die Objekte können in der Dauerausstellung „Wald, Schloss, Schuh“ besichtigt werden. In der Ausstellung finden sich noch viele Objekte, die einen spannenden Einblick in die Pirmasenser Geschichte geben. Das Stadtmuseum freut sich auf Ihren Besuch.