Aufnahme Song für Pirmasens mit großem Publikum

Weitere Gedenktafel erinnert an Opfer des Nationalsozialismus

Während des Novemberpogroms 1938 wurden Max Wolff und seine Söhne, Karl und Hans Werner, im damaligen Volksgarten verhaftet und anschließend in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Max Wolff verstarb wenige Woche nach seiner Inhaftierung, auch aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung. Seine Söhne mussten seinen Tod miterleben. Anfang Dezember wurden beide aus der Haft entlassen und flohen 1940 gemeinsam mit ihrer Mutter Meta nach Amerika. Karl, der sich später Charles nannte, verfasste einen Bericht über seine Inhaftierung, der heute als eine der wichtigsten Quellen im Pirmasenser Stadtarchiv zum Novemberpogrom in Pirmasens gilt. Charles, der nach dem Krieg über die Pirmasenser „Heimatbriefe“ und vor allem durch die Verbindung zu Roland Paul in Kontakt zu seiner Heimatstadt blieb, verstarb 2006 in Atlanta; Hans (John) Werner 2010 in Danbury; Meta Wolff verstarb bereits 1955 in Manhattan.

 

Die Tafeln an der Gasstraße wurden am 16. Februar 2022 vom Oberbürgermeister Markus Zwick, der Vorsitzenden des Arbeitskreises, Frau Karola Streppel, gemeinsam mit Nachfahren aus der Familie und einer Schülerin des Hugo-Ball-Gymnasiums eingeweiht, die sich bereit erklärt hat, Recherchen und Internettext zum Gedenken an Max Wolff und seine Familie zu erarbeiten und auch als Referat in der Schule einzubringen.

Die Freude und Unterstützung über dieses Engagement von einem Enkel von Max Wolff, der heute in Amerika lebt, zeigt die aktuelle Bedeutung, die das Gedenken für viele Nachkommen und auch junge Menschen hat, die die Pirmasenser Geschichte in der Nazizeit nicht in Vergessenheit geraten lassen wollen.