Aufnahme Song für Pirmasens mit großem Publikum

„Nachtgedanken“: Eine Zeitreise in das Leben von Marlene Dietrich

Mit 75 Jahren zog sich die Film-Diva, die 1930 durch Josef von Sternbergs Film „Der blaue Engel“ berühmt wurde und schon zu Lebzeiten ein Mythos war, vollkommen aus der Öffentlichkeit zurück. Sie verschanzte sich bis zu ihrem Tod im Mai 1992 in Pariser Appartement, wo sie unter schlaflosen Nächten litt. Dann setze sie sich hin, schrieb Prosatext und Gedichte. Ihre Tochter Maria Riva hat die Texte später veröffentlicht – unter dem treffenden Titel „Nachtgedanken“. Im Vorwort des Buches beschreibt sie diesen Zustand so: „Wenn meine Mutter mit Hilfe von pharmazeutischen Mitteln ihren rastlosen Geist nicht beruhigen konnte, verwünscht sie die Nacht, knipste ihre Nachttischlampe aus Alabaster an, nahm Stift und Briefpapier oder Noel Cowards Schreibmaschine und ließ, so ausgerüstet und wissend, dass keine Hoffnung auf Schlaf bestand, ihre Gedanken schweifen“.

Die Sängerin und Schauspielerin Patricia Prawit nähert sich in ihrem Soloprogramm dem Weltstar mit einer unterhaltenden Mischung aus Gedichten, Anekdoten, Bildern und Musik. Die 61-Jährige gibt dem Publikum im Elisabeth-Hoffmann-Saal Einblicke in die melancholisch scharfsinnigen Erinnerungen einer Diva, fernab von den sich stets wiederholenden Marlene-Dietrich-Biographien und –Klischees. Die Gedichte der Dietrich offenbaren in poetischen Miniaturen neben der selbstbewussten und eigensinnigen Perfektionistin eine verletzliche und zuweilen unverstandene Schauspielerin, Sängerin, Liebhaberin, Stil-Ikone, Mutter und emanzipierte Frau. In ihren Texten lässt die 1901 in Berlin geborene Künstlerin in kurzen Momentaufnahmen auch die Großen ihrer Zeit lebendig werden, darunter Jean Gabin, Billy Wilder, Ernest Hemingway, Edith Piaf, General de Gaulle, Charlie Chaplin oder Frank Sinatra.

Mit ihrer zauberhaften Sopranstimme interpretiert Patricia Prawit Lieder und Chansons, die ans Herz gehen. Neben Dietrich-Klassikern wir „Je ne regrette rien“, „Milord“, „Sag mir wo die Blumen sind“ oder „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ erklingen an diesem Abend auch Werke von Edith Piaf, Gilbert Bécaud, Hildegard Knef, Friedrich Holländer und Burt Bacharach.

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