Aufnahme Song für Pirmasens mit großem Publikum

„Gegen das Vergessen“: Ausstellung gedenkt Holocaust-Opfern

Die Aktion entstand in enger Zusammenarbeit mit den Kunstpädagogen Heike Dasch und Matthias Jann. Die Kunstklassen haben anhand der Biografien dem Leben der Betroffenen nachgespürt und sich intensiv damit auseinander gesetzt. Die Basis bilden Schwarz-Weiß-Passbilder, die im Jahr 1938 angefertigt wurden. Daraus entstanden sind eindrucksvolle Arbeiten, die einerseits das reine Portrait in einer modernen künstlerischen Bearbeitung zeigen und andererseits die aus den Biografien und durch eigene Recherchen gewonnenen Erkenntnisse in die Bildgestaltung mit einfließen lassen.

 

Für die Außendarstellung wurden zehn Arbeiten ausgewählt und an die Fenster des Alten Rathauses montiert. Im Innern des Stadtmuseums sind weitere 47 Schülerarbeiten zu sehen. Die Ausstellung im Stadtmuseum ist noch bis einschließlich 18. Dezember 2021 zu sehen. Sie wird zeitgleich mit der vom United States Holocaust Memorial Museum ausgeliehenen Ausstellung „Einige waren Nachbarn“ zu Ende gehen.

 

Am kommenden Montag, 22. November 2021, dem letzten Tag der Außenpräsentation, findet eine von den Schülern gestaltetet Finissage statt. Ab 13 Uhr wird Oberbürgermeister Markus Zwick in das Thema einführen. Im Anschluss tragen die Gymnasiasten Kurzbiographien der gezeigten Opfer vor. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung durch den Chor der MSS 12 des Immanuel-Kant-Gymnasiums unter der Leitung von Volker Christ. Die Freilichtausstellung „Gegen das Vergessen“ ist im Rahmen des Gedenkprojektes der Stadt Pirmasens entstanden – mit Unterstützung des Jugendforums des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, das vom Historischen Verein Pirmasens getragen wird.

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Biografien folgender Mitbürger jüdischen Glaubens, die Opfer der NS-Diktatur wurden, sind in der Ausstellung aufbereitet worden:

 

-          Margaretha Basnizki, geb. Simon, und ihre Söhne Walter und Georg lebten in der Schloßstraße in Pirmasens. Margaretha wurde 1942, wie auch ihr Ehemann Siegfried, in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ihre beiden Söhne konnten überleben.

 

-          Oswald Damian war Pfarrer in Pirmasens. Wegen seiner Predigten gegen die Nationalsozialisten wurde er 1933 verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau verbracht. Nach seiner Entlassung hatte er sich täglich bei der Gestapo-Dienstelle zu melden. 1933 wurde er vorläufig in den Ruhestand versetzt. Er überlebte und starb 1978.

 

 

-          Gerd Baruch Freudmann wohnte mit seiner Familie in der Fröbelgasse. Im Alter von 5 Jahren wurde er nach Theresienstadt deportiert und 2 Jahre später im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.

 

-          Emanuel Rheinheimer lebte mit seiner Familie in der Albrechtstraße und war Kaufmann von Beruf. 1942 wurde er im Vernichtungslager Treblinka ermordet, wie ebenso seine Ehefrau. Seine Kinder wurden in den Vernichtungslagern Auschwitz, Kulmhof und Kowno ermordet.

 

 

-          Gustav Nathan Beiersdorf war Turner beim TVP und wohnte in der Alleestraße. 1941 wurde er, wie sein Bruder Arthur, in das KZ Buchenwald deportiert und dort ermordet.

-          Rosa Kusel lebte mit ihren Töchtern Paulina (genannt Paula) und Betty in der Alten Häfnersgasse. Rosa und Paula wurden 1942 deportiert und im Vernichtungslager Sobibor ermordet.

-          Betty wurde in das Ghetto Piaski verschleppt und gilt als verschollen. Ihre Tochter Ilse Rosa wurde im Alter von 5 Jahren in Ausschwitz ermordet.