Aufnahme Song für Pirmasens mit großem Publikum

Freiwillige Feuerwehr: Zwölf Neulinge absolvieren Grundausbildung

„Ich freue mich, dass es den Verantwortlichen gelungen ist, neue Kameraden für dieses wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu gewinnen“, so Beigeordneter Denis Clauer. Die Floriansjünger bezeichnete er als „Helden unserer Nachbarschaft“.

 

Ein Basislehrgang bildet den Einstieg zum aktiven Dienst bei der Feuerwehr. Die sogenannte Truppmann-Ausbildung ist in zwei Abschnitte gegliedert und umfasst insgesamt mindestens 150 Unterrichtseinheiten. Tobias Roscher, stellvertretender Brand- und Katastrophenschutzinspekteur, hat mit Unterstützung von acht Kollegen die Neulinge zwischen Anfang März und Mitte April in Theorie und Praxis geschult. Vermittelt wurden Grundlagen wie Fahrzeug- und Gerätekunde, Rechtsgrundlagen und Unfallverhütung. Das richtige Vorgehen im Brand- und Hilfeleistungseinsatz wurde ebenfalls eingeübt. Die Prüfung zum Abschluss des ersten Ausbildungsteils haben die Teilnehmer mit Bravour absolviert.

 

Karl-Heinz Bär, Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz, erklärt: „Die Ausbildung zum Truppmann Teil 1 ist quasi das Seepferdchen für Feuerwehrleute und bildet die Grundlage aller weiteren Ausbildungen. Im Rahmen des Lehrgangs bringen wir den Teilnehmern Kenntnisse bei, um den Einsatzdienst leisten zu dürfen“. In der Regel sind würden die jüngeren Kameraden aus der Jugendfeuerwehr übernommen, aber in diesem Fall bestehe der komplette Lehrgang aus Quereinsteigern, so Bär. Im kommenden Herbst starte eine weitere Grundausbildung, die speziell für Mitglieder der Jugendfeuerwehr und weiterer Interessenten gedacht sei.

 

Die Ehrenamtlichen – elf Männer und eine Frau – sind zwischen 17 und 45 Jahren alt und arbeiten in unterschiedlichen Berufen, etwa als Handwerker, Kaufleute und Ingenieure. Bevor die Truppmänner zum ersten Einsatz ausrücken können, allerdings noch außerhalb des unmittelbaren Gefahrenbereichs, stehen in den kommenden Wochen mit Sprechfunk und Erste Hilfe noch zwei weitere Lehrgänge auf dem Programm.

 

Die Vertiefung der Grundlagen steht im Mittelpunkt des zweiten Teils der Truppmann-Ausbildung, die jetzt im Mai startet. In diesen zwei Jahren besteht auch die Möglichkeit sich als sogenannter Atemschutzgeräteträger zu qualifizieren. Nach einem erfolgreichen Abschluss können sich die Kameraden zum Truppführer ausbilden lassen oder auch Fachlehrgänge wie z.B. Technische Hilfeleistung, ABC oder Maschinist besuchen. Doch was ist unter Truppführer überhaupt zu verstehen? Dazu Vize-Feuerwehrinspekteur Tobias Roscher: „Der Truppführer führt eine Truppe innerhalb einer Gruppe oder Staffel, die aus zwei bis drei Personen besteht. Es gibt bei der Feuerwehr zum Beispiels Angriffstrupps, Wassertrupps und Schlauchtrupps.“

 

Wer sich für eine Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Pirmasens interessiert, einmal ins Ehrenamt hineinschnuppern, neue Erfahrungen sammeln, Menschen helfen und Leben retten möchte, ist auf der Wache in der Gasstraße herzlich willkommen. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.pirmasens.de/feuerwehr .

 

Hintergrund: Die Freiwillige Feuerwehr Pirmasens ist die kommunale Brandschutzbehörde der Stadt. 18 Feuerwehrbeamte sind im Schichtdienst auf der Wache in der Gasstraße eingesetzt, zwei Brandmeister-Anwärter sind in der Laufbahnausbildung. Hinzu kommen drei Verwaltungsmitarbeiter. Ergänzend gehören rund 100 ehrenamtliche Feuerwehrleute zur Truppe. 1869 geründet zählt die Pirmasenser Wehr zu den ältesten des Landes Rheinland-Pfalz.

Die Wehr gliedert sich in zwei Löschzüge für den abwehrenden Brandschutz und die technischen Hilfeleistungen. Zur Wehr gehören auch drei Feuerwehrärzte, die sich neben ihrer eigentlichen Tätigkeit auch in den Löschzügen engagieren sowie die Ausbildung der Feuerwehrleute im medizinischen Bereich durchführen.

Einige Feuerwehrangehörige engagieren sich zusätzlich in den Facheinheiten Gefahrstoffzug, Höhenrettung und Technische Einsatzleitung mit Führungsunterstützung. Eine Kräftegruppe wurde an der Forstwirtschaftlichen Bildungsstätte in Hachenburg für die Beseitigung von Gefahrenstellen durch umgestürzte Bäume geschult. Die Kameraden unterstützen die Fachämter der Stadtverwaltung bei größeren Sturmschadenslagen.

Die Wehr wird seit 2018 von dem Hauptamtlichen Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Karl-Heinz Bär geführt. Er ist auch gleichzeitig Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes der Stadt Pirmasens.

In den Außenbezirken Gersbach und Ruhbank werden Gerätehäuser der Wehr vorgehalten, von denen die Kameraden aus den jeweiligen Alarmierungsbereichen ins Stadtgebiet ausrücken.

Unterstützt wird die Feuerwehr durch die Schnelle Einsatzgruppe San und V (Sanität und Versorgung) mit 25 Mitgliedern. Die Helfer unterstützen bei großen Sanitätslagen und betreuen Verletzte. Sie versorgen zudem die Einsatzkräfte und Betroffenen bei größeren Einsätzen mit Speisen und Getränken. Die neue Rettungswache der SEG Einheit befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Kraftpost im Schachen und wurde im Dezember 2020 in Betrieb genommen.

2021 ist die Freiwillige Feuerwehr Pirmasens zu 631 ausgerückt. Die Brandbreite reicht von Gebäude- und Autobränden über Verkehrsunfälle, Tierrettung, Notfalltüröffnungen bis hin zur Beseitigung umgestürzter Bäume, der Absicherung von Ölspuren und Personenbefreiungen aus Aufzügen. Hinzu kamen technische Hilfeleistungen wie das Auspumpen von Kellern, Maschinen- und Betriebshilfe.