Aufnahme Song für Pirmasens mit großem Publikum

Dämonenhatz und Schwarzmalerei: Krimi-Lesung mit Monika Geier

Für die Schriftstellerin Monika Geier ist der Auftritt am Buchsweiler-Tor-Platz quasi ein Heimspiel. Schließlich lebt die 53-Jährige in Thaleischweiler-Fröschen. Schon für den ersten Bettina-Boll-Krimi „Wie könnt ihr schlafen“ (erschien 1999 bei Ariadne) erhielt die gebürtige Ludwigshafenerin den Marlowe, den Krimipreis der Raymond-Chandler-Gesellschaft. 

Mit Bettina Boll schuf Monika Geier die erste Halbtags-Kriminalkommissarin des Genres. Für den siebten Bettina-Boll-Krimi „Alles so hell da vorn“ bekam sie den Deutschen Krimipreis. Geier nutzt das Genre auf ihre unverwechselbare Weise für geistreiche Gegenwartsliteratur.

Zum Inhalt: Kriminalkommissarin Bettina Boll vom Ludwigshafener K11 ist Ärgernisse gewöhnt, doch der jüngste Streich ihrer Dienststelle schmeckt bitter. Ein Tod im Jugendknast muss untersucht werden, die Behörden fürchten einen Skandal, und nun soll Bettina für ihren neuen Chef die Kohlen aus dem Feuer holen und einem Kollegen dazwischenfunken. Überdies erweist sich der Fall als ausnehmend verschroben. Gibt es wirklich katholische Dorf-Aktivisten, die Dämonen austreiben? Und was hat das berühmte Isenheimer Altarbild voller bunter Bestien damit zu tun?

Zu Recht gilt Monika Geier als eine der besten deutschen Krimiautorinnen und Meisterin im Jonglieren mit den schrägen Aspekten der Wirklichkeit. In der momentanen Jetztzeit voll verdrängter Erkenntnisse, Inbrunst und Vertrauensschwund bei gleichzeitigem Informationsoverkill gelingt der Autorin ein fein ziselierter, stimmungsvoll bildhafter und höllisch gewiefter Kriminalroman über Glaube und Bedeutung. Sei gewährt Einblick in die Abgründe ewiger Ansprüche, tiefer Konflikte und ganz normalen Irrsinns, und wie immer sind ihre Charaktere von furioser Präsenz – mit oder ohne Dämonen.

„Antoniusfeuer“ ist ein betörender neuer Bettina-Boll-Krimi: lebensprall und farbenfroh mit starkem Plot, umwerfenden Charakteren und feinen Überraschungen.

Begleitet wird Monika Geier bei ihrer Lesung im Carolinensaal von der „Creek Band“. Die Musiker Johannes Geschwind (Drums), Wolfgang Herzog (Bass), Rainer Schollenberg (Gesang und Gitarre), Jürgen Schieler (Saxophon) und Peter Antes (Klavier) interpretieren Songs von „Son of a preacher man“ über Schostakowitsch bis hin zu „Always look on the bright side of life“.

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