Pirmasens bewirbt sich um das Siegel „StadtGrün naturnah“

Pirmasens ist eine von bundesweit 13 Kommunen, die vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ für die Teilnahme am Labeling-Verfahren „StadtGrün naturnah“ ausgewählt wurde. Das Bündnis zeichnet mit dem Gütesiegel kommunales Engagement zur Förderung der biologischen Vielfalt aus und unterstützt die Städte bei der Umsetzung eines ökologischen Grünflächenmanagements.

 

Honoriert werden beispielsweise die Verwendung heimischer Arten bei der Baumpflanzung, die Anlage von Blühwiesen im innerstädtischen Bereich oder die naturnahe Pflege von Park, Friedhöfen und Grünflächen. Das bedeutet beispielsweise, dass Wiesen seltener gemäht und heimische Pflanzenarten bei der Begrünung eingesetzt werden. Viele Insekten, Vögel und andere Tiere, die im Siedlungsbereich leben, profitieren davon.

 

„Von der Teilnahme an dem Zertifizierungsverfahren versprechen wir uns nachhaltige Impulse zur Weiterentwicklung des Pirmasenser Grünkonzeptes“, erläutert Beigeordneter Michael Schieler. Das Gütesiegel dokumentiere die Bestrebung von Verwaltung und Bevölkerung für mehr Natur in der Stadt und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Parks, Grünflächen und Gewässer in Pirmasens würden immens zur Lebensqualität beitragen, ist Michael Schieler überzeugt: „Wenn bei der Gestaltung und Pflege des öffentlichen Grüns zudem ökologische Aspekte mitberücksichtigt würden, profitieren auch zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.“

 

Als gelungene Beispiele nennt er exemplarisch die Schaffung insektenfreundlicher Blühoasen in der Turnstraße und im Campus-Park auf der Husterhöhe. Hier wurden spezielle Samenmischungen aus inländischen Wildgräsern und Wildblumen ausgesät. Im Frühjahr sollen Insektenhotels, die derzeit in Kooperation mit der Grundschule Horeb und der Landgraf-Ludwig-Realschule Plus, Standort Husterhöhe, entstehen, das Konzept ergänzen. Außerdem wurden entlang der Landauer Straße im Bereich Eisweiher sogenannte Magerwiesen angelegt, die durch ihren Artenreichtum ein Paradies für Schmetterlinge, Hummeln und Bienen darstellen. Stolz ist Michael Schieler auf die Renaturierung des Blümelsbach. Die 15 Hektar große Talaue hat sich zum Lebensraum für Fische, Vögel und Nager entwickelt. An dem Vorzeigeprojekt lasse sich sehr gut aufzeigen, dass die naturnahe Aufwertung auch in touristischen Überlegungen eine Rolle spielt, so der Beigeordnete. Das Areal liegt direkt am grenzüberschreitenden Radweg von Pirmasens nach Bitsch. Die nachhaltige Förderung von Flora und Fauna würde etwa auch bei der Spielleitplanung eine zentrale Rolle einnehmen, erinnert Michael Schieler an den Bau naturnaher Spielplätze unter Einbindung der Kinder und Jugendlichen, etwa auf dem Sommerwald, in Niedersimten, Erlenbrunn oder Gersbach. „Um noch mehr Bürgerinnen und Bürger für mehr Natur in Pirmasens zu begeistern, setzen wir auch 2019 den Blumenschmuckwettbewerb fort“, freut sich André Jankwitz, Leiter des Garten- und Friedhofsamtes.

 

Im Rahmen des im Januar beginnenden Zertifizierungsverfahrens wird eine lokale Arbeitsgruppe gebildet werden, die an dem Projekt mitwirkt. Zum Kreis der Teilnehmer gehören unter anderem Vertreter von Naturschutz- und Umweltverbänden, Schulen und Kindergärten, Mitarbeiter des Garten- und Friedhofsamtes, Kommunalpolitiker sowie engagierte Bürger. Die bereits umgesetzten und geplanten Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt in der Stadt entscheiden am Ende, ob Pirmasens das Gütesiegel in Bronze, Silber oder Gold erhält. Das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ vergibt dieses Prädikat für jeweils drei Jahre. Anschließend kann es durch eine Rezertifizierung erneuert werden.

 

Menschen brauchen Grünflächen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Gesundheit besser und Zufriedenheit von Menschen höher ist, wenn sie näher an Grünflächen leben. Besonders Kinder können hier ihren Drang nach Entdeckung und Abenteuer ausleben sowie heimische Pflanzen und Tiere beobachten. Werden innerstädtische Grünflächen naturnah gepflegt, profitieren auch zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Naturnahe Gestaltungsformen setzen jedoch häufig ein Umdenken in Verwaltung, Politik und Bürgerschaft voraus. Ein Umdenken, das Pirmasens längst eingeleitet hat und nun mit der Teilnahme am Labeling-Verfahren dokumentieren möchte.

 

„Es gibt viele Wege, die Artenvielfalt im Siedlungsraum zu schützen und zu fördern. Auch die Sensibilisierung der Stadtbevölkerung für die Belange des Naturschutzes spielt hierbei eine entscheidende Rolle“, erklärt Jörg Sibbel, Vorstandsvorsitzender des Bündnisses und Bürgermeister der Stadt Eckernförde. Mit dem Label „StadtGrün naturnah“ wolle das Bündnis Städte und Gemeinden dabei unterstützen und für mehr naturnahe Grünflächen in Kommunen sorgen“, so Sibbel weiter.

 

Neben Pirmasens wurden bisher folgende Kommunen vom Bündnis für die Teilnahme am Labeling-Verfahren 2019 ausgewählt:

 

Augsburg, Günzburg, Peißenberg (Bayern)

Abtsgmünd, Kirchheim unter Teck, Viernheim (Baden-Württemberg)

Bad Wildungen, Darmstadt, Dreieich (Hessen)

Nettetal, Sankt Augustin (Nordrhein-Westfalen)

Preetz (Schleswig-Holstein)

 

Mit dieser Auswahl will das Bündnis nach eigenen Angaben ein möglichst breites Spektrum an Kommunen bezüglich des Stands der Umsetzung, der Einwohnerzahl und ihrer geografischen Lage abdecken.

www.stadtgrün-naturnah.de

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