Sonderausstellung „Querschnitt“ im Stadtmuseum Altes Rathaus

Scherenschnitt- und Reißtechniken stehen im Mittelpunkt einer Sonderausstellung, die aktuell das Stadtmuseum Altes Rathaus zeigt. Bis einschließlich Sonntag, 28. Januar 2018 sind die Arbeiten der aus Kaiserslautern stammenden Künstlerin Dr. Claudia Gross, Kunstname DUZA, zu sehen.

 

„Die Frau in der Kunst“ ist das zentrale Thema von Claudia Gross, die ihr Studium der Kunstgeschichte mit Magister- und Doktorarbeit abgeschlossen hat. Angefangen von der Frau in der Pop Art hin zur Femme fatale um die Jahrhundertwende widmet sich die Westpfälzerin in vielfältiger Weise dem Frauenbild. Besonders beeinflusst von den Künstlerinnen Ursula Kirchner (Scherenschnitt) und Ann Blaum (u.a. Batik, Enkaustik, Wachs-Sgraffito), über die sie gearbeitet hat, setzt DUZA mit unterschiedlichen Stilmitteln Frauen in Szene. In Tissagen, Collagen und Cut outs verbindet Dr. Claudia Gross das Thema Frau immer mit einem aussagekräftigen Hintergrund. Romantisch, realistisch, im wahrsten Sinne des Wortes zerrissen stellt Gross die Figuren mit einer Bildaussage in Bezug.

 

Ergänzt wird die Sonderschau um ein museumspädagogisches Begleitprogramm, das von Gruppen zum Preis von 30 Euro pro Einheit gebucht werden kann. Die Künstlerin führt am 10., 21. und 22. November 2017 Workshops mit Klassen des Leibniz-Gymnasiums durch. Unterrichtet werden die Schüler im Fach Bildende Kunst von den Pädagoginnen Daniela Schilling und Anja Weilbach-Pieters. Die Künstlerin DUZA widmet sich bei den Workshops – die sich einem gemeinsamen Ausstellungsrundgang anschließen – der Technik des Papierverwebens und des Anfertigens von Stencils, eine Art Schablone, die unter anderem von Streetart-Künstlern verwendet werden, um großflächige Bilder auf Hauswände zu übertragen.

 

Auf einen Blick: Die Sonderausstellung „Querschnitt  Schnitt- und Reißtechniken – DUZA“ ist ab sofort bis einschließlich 28. Januar 2018  im Stadtmuseum Altes Rathaus, Hauptstraße 26, zu sehen. Die Einrichtung ist dienstags bis sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 2,50 Euro, Schüler haben freien Eintritt. Die Eintrittskarte berechtigt zum Besuch der Dauerausstellung „Wald, Schloss, Schuh – die Geschichte der Siebenhügelstadt Pirmasens“ sowie das Scherenschnittkabinett der Papierkünstlerin Elisabeth Emmler. Führungen auf Anfrage. Auskunft und Anmeldung beim Stadtarchiv, Telefon: 06331/842299 oder 842832.  

 

Zur Person: Neben dem Studium der Kunstgeschichte an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn lernte Dr. Claudia Gross im Bereich der  Kunsterziehung verschiedene Drucktechniken. 1988 und 1990/91 absolvierte sie zwei Studienaufenthalte in den USA, am Augusta College, Georgia, und belegte dort Amerikanische Kunstgeschichte und Acrylmalerei. 1998 schloss sie ihr Kunstgeschichtestudium mit Promotion ab.

 

Zu etwa der gleichen Zeit wendete sie sich in der Technik des Cut-out dem Motiv der weiblichen Silhouette, ihrer Körperhaltung und Gestik zu. Für die Umsetzung der Rhetorik des Weiblichen eignen sich Schnitttechniken besonders, daher übertrug die Künstlerin die  Cut-outs und Collagen in Stoff. Die Arbeit an Textil Art hat dazu geführt, die Technik des Papierwebens auszubauen.

www.duza.eu

 

 

Die Techniken:

Bei den Tissagen (von frz. tisser „weben“) ist zu unterscheiden zwischen jenen, mit demselben Motiv, bei denen das Ausgangsbild durch verschiedene Webtechniken verändert wird, und jenen, bei denen von vorne herein zwei verschiedene Bilder miteinander verwoben werden. Bei den sog.  Tissagen ist zu unterscheiden zwischen jenen, mit demselben Motiv, bei denen das Ausgangsbild durch verschiedene Webtechniken verändert wird, und jenen, bei denen von vorne herein zwei verschiedene Bilder miteinander verwoben werden. Die Assoziation der Verpixelung ist in beiden Fällen durchaus gewollt, erinnert es doch an die digitale Nachbearbeitung unserer schönen neuen Welt.

 

In der Technik Collage manipuliere ich im besten Sinne des „adbusting“ entweder die Frauenfigur selbst oder ihre Umgebung. Dabei erstrecken sich die Themen vom Hochzeitstag – immerhin dem schönsten Tag im Leben einer Frau – bis hin zum „fenced-in-Happily-Ever-After“.

 

Die Silhouette erscheint beim sogenannten Cut out mit ihr als geeignetes Ausdrucksmittel, um die Darstellung auf das Wichtigste, nämlich Kontur und Form zu reduzieren. Ich bin bemüht ein Bildarchiv zum Ausdruckspotential des weiblichen Körpers entstehen zu lassen

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