Wasserturm: OB bringt Nutzung gegenüber LBM ins Gespräch

Der stillgelegte Hochwasserbehälter im Ortsbezirk Fehrbach kann nicht als Löschwasserreservoir im Zuge der bevorstehenden Nachrüstung der Sicherheitstechnik der beiden B-10-Tunnelröhren genutzt werden. Das hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) mitgeteilt.

 

Die Behörde mit Sitz in Kaiserslautern kommt in einem Schreiben an Oberbürgermeister Dr. Bernhard Matheis zu dem Schluss: „dass die Nutzung extrem unwirtschaftlich wäre“. Der Pirmasenser Verwaltungschef ist bemüht, eine sinnvolle Nachnutzung für den markanten Zweckbau zu finden. Deshalb war er mit der Bitte an LBM-Dienststellenleiter Richard Lutz herangetreten, zu prüfen, ob die Immobilie im Hinblick auf die notwendigen Nachbesserungen beim Brandschutz eine Rolle spielen könnte. Insgesamt acht Millionen Euro investiert der LBM nach eigenen Angaben bis Ende 2019 in die Sicherheitstechnik der beiden Tunnelröhren bei Fehrbach.

 

Die Prüfung hat nach LBM-Angaben folgendes ergeben:

 

ø  Der Wasserturm liefert bei 30 Metern Höhe lediglich einen Druck von drei Bar. Benötigt werden sechs bis zehn Bar. Somit wäre auch weiterhin eine zusätzlich Druckerhöhungsanlage erforderlich.

 

ø  Aus wirtschaftlicher Sicht sind derzeit eine unbeheizte trockene Löschwasserleitung im Tunnel sowie eine Nassleitung in den Vorfeldern vorgesehen. Bei Nutzung des Wasserturms müsste die Tunnel-Löschwasserleitung ebenfalls als Nassleitung analog zu der Zuleitung im

 

Vorfeld ausgeführt werden. Hierzu wäre eine komplette Isolierung und Beheizung der Löschwasserleitung im Tunnel notwendig.

 

 

ø  Nachdem sich der Wasserturm am Ende der Löschwasserleitung befindet, müsste der Querschnitt der Löschwasserleitung gegenüber der jetzigen Planung deutlich vergrößert werden.

 

ø  Für die Stromversorgung der Druckerhöhungsanlage beim Wasserturm wäre eine separate Stromversorgung mit Stromverteilung notwendig geworden. Die Stromversorgung sollte, wenn möglich, zentral vom Tunnel-Betriebsgebäude erfolgen. Außerdem wären lange Stromzuleitungen und zusätzlich Leerrohre notwendig.

 

 

ø  Für die Überwachung und Steuerung der Druckerhöhungsanlage beim Wasserturm wären lange Kabelverbindungen und zusätzliche Leerrohre zum Betriebsgebäude des Tunnels notwendig.

 

ø  Die zentrale Anordnung von Betriebsgebäude und Löschwassergebäude ist bei der Wartung und Störungsbeseitigung von Vorteil und deutlich kostengünstiger.

 

 

ø  Bei Weiternutzung des stillgelegten Wasserturms durch den LBM wären hohe Umbau-, Erhaltungs- und Unterhaltungskosten zu erwarten. Das Gebäude ist stark sanierungsbedürftig.


 

Hintergrund: Eigentümer des Hochwasserbehälters im Pirmasenser Ortsbezirk Fehrbach ist die Stadtwerke Pirmasens Versorgungs GmbH. Das Unternehmen beliefert die Einwohner der Stadt Pirmasens mit Trinkwasser. Über ein 240 Kilometer langes Leitungsnetz und etwa 11 000 Hausanschlüsse gelangen jährlich rund 3,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser zu den Verbrauchern. Dabei muss das Trinkwasser teilweise mehr als 200 Meter Höhendifferenz überwinden.

 

Der demographische Wandel stellt die Stadtwerke als Trinkwasserversorger vor große Herausforderungen. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, haben die Stadtwerke im Jahr 2010 ein neues Trinkwasserkonzept entwickelt. Die Umsetzung sieht bis 2020 unter anderem die bereits erfolgte Stilllegung des Hochbehälters Fehrbach vor.

 

Das aus den 1950er Jahren stammende Bauwerk weißt einen sehr hohen Instandsetzungsbedarf auf – sowohl an den Gebäudehülle, als auch bei der wassertechnischen Ausrüstung im Inneren des Hochbehälters. Die Stadtwerke Pirmasens Versorgungs GmbH hat eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass eine weitere Benutzung des stark sanierungsbedürftigen Hochdruckbehälters sowie eine Unterhaltung der Anlage vor dem Hintergrund des Trinkwasserkonzeptes höchst unwirtschaftlich ist. Eine Sanierung würde laut Gutachten Kosten von mindestens 550 000 Euro verursachen. Eine anderweitige Nachnutzung aufgrund der exponierten Lage (Stichwort Verkehrssicherheit) auf einem stark befahrenen Verkehrskreisel ist fast ausgeschlossen.

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