Blümelstal: Flora und Fauna profitieren von naturnaher Aufwertung

Ende Januar haben die Arbeiten zur Renaturierung eines weiteren Abschnitts des Blümelstal begonnen. Die insgesamt 15 Hektar große Talaue soll künftig zum Lebensraum für Fische, Vögel und den Bieber werden.

 

Ziel ist es, eine naturnahe Wasserrückhaltung zu ermöglichen und das Tal auf Dauer offen zu halten. Derzeit wird der Bachlauf auf einem 1,8 Kilometer langen Teilstück - zwischen dem Damm des Regenrückhaltebeckens unterhalb von Hengsberg und dem Brückenbauwerk der Landesstraße 600 – renaturiert.

 

Zunächst wurde ein Fichtenwäldchen gefällt. Die Bäume werden als sogenannte Habitatelemente (Buhnen, Wurzelteller, Unterstände) zu einem natürlichen Hindernis in dem bisher geradlinigen Bachbett verbaut. Dadurch soll das Wasser abgelenkt werden und sich selbst ein neues, möglichst schlängelndes Bett graben. In der Folge entstehen neue Lebensräume für Fische, Wasserorganismen und Vögel. Durch diese punktuellen Eingriffe in die Talaue können wertvolle Strukturen, wie zum Beispiel die Nasswiese, erhalten werden.

 

Im weiteren Verlauf wird das Bachbett auf einer Länge von etwa 800 Metern komplett verlegt und mit Holz und Steinschüttungen (Rauschen) neu angelegt, die – ähnlich wie die Baumstämme – als Hindernis dienen sollen, um die Fließgeschwindigkeit des Wassers deutlich zu reduzieren.


Hintergrund: Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf insgesamt 500 000 Euro. Rund 60 Prozent davon übernimmt das Land Rheinland-Pfalz im Rahmen der Fördermaßnahme „Aktion Blau“. Die Renaturierung ist für die Stadt Pirmasens ein Naturschutzinstrument zum Ausgleich für die Ausweisung des Bebauungsplanes Husterhöhe Süd, dem Ausbau der Kreisstraße 4 bei Erlenbrunn, der Flächenversiegelung durch das Baugebiet „Rehbock“ in Fehrbach sowie der Klärschlammtrocknungsanlage in Fehrbach. Die fälligen Ausgleichszahlungen für die Eingriffe in die Landschaft auf städtischer Gemarkung werden auf einem sogenannten Ökokonto angespart.

 

Die Stadt Pirmasens hat sich ganz bewusst dafür entschieden, großflächige und möglichst zusammenhängende Flächen zu renaturieren. Am Beispiel des Blümelstal lässt sich sehr gut aufzeigen, dass die naturnahe Aufwertung auch in touristischen Überlegungen eine Rolle spielt. Das 15 Hektar große Areal grenzt direkt an den grenzüberschreitenden Radweg von Pirmasens nach Bitsch an.

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