PRESSEMITTEILUNG - 9.5.2016

Bürkel-Gemälde als Leihgabe in Budapest

Ölgemälde des Pirmasenser Malers Heinrich Bürkel geht vom Forum ALTE POST nach Ungarn  // "Pferdefang in der Puszta" aus den Jahren 1861/62

Ein Ölgemälde des Pirmasenser Malers Heinrich Bürkel wird im Rahmen einer großen Kunstausstellung in der ungarischen Hauptstadt Budapest gezeigt. Bei der Leihgabe aus der Sammlung der Stadt Pirmasens handelt es sich um das Werk "Pferdefang in der Puszta", das um 1861/62 entstanden ist.

"Die Anfrage aus Budapest belegt die internationale Bedeutung des Pirmasenser Sammlungsbestandes", betont Oberbürgermeister Dr. Bernhard Matheis. Seit April 2014 würdigt Pirmasens das Leben und Wirken des großen Stadtsohnes mit der vielbeachteten Dauerausstellung "Heinrich Bürkel – Landpartie" im Nordflügel des Forum ALTE POST.

Unter dem Titel "Die Geschichte des Budapester Kunstvereins" widmet sich zwischen 12. Mai und 7. August eine große Ausstellung der Kunstszene in der Donaumetropole des 19. Jahrhunderts. Die Schau im Burggarten Basar – erbaut im Neorenaissance-Stil – wird von der renommierten Budapester Kovács-Gabor-Kunststiftung in Kooperation mit dem Museum der Schönen Künste (Budapest) und der Ungarischen Nationalgalerie veranstaltet. Zu sehen sind 100 Kunstwerke. Zu den Leihgebern gehören neben der Stadt Pirmasens so bedeutende Einrichtungen wie das Kunsthistorische Museum Wien und das Civico Museo Sartorio (Triest).
Ergänzendes zum Gemälde
Das Gemälde "Pferdefang in der Puszta" war als Kriegsverlust ausgewiesen und wurde 2005 in den USA sichergestellt. Zusammen mit zwei weiteren Bildern wurde das Gemälde am 11. Februar 2006 restituiert.
Bildbeschreibung: "Auf der breiten Tiefebene ein Knäuel von Pferden. Vier berittene Hirten treiben die Tiere zusammen. Auf der vorderen Pferdegruppe wird ein Tier mit dem Lasso von Hirten zu Fuße herausgeholt. Links ein charakteristischer Ziehbrunnen. Rechts Blick in die Ebene."
Hintergrund
Kulturell nahm manch großer Geist in Pirmasens seinen Anfang. Neben dem Dada-Mitbegründer Hugo Ball (1886–1927) gehört Heinrich Bürkel dazu, der 1802 in der Siebenhügelstadt geborene wurde. Als Kind fertigte er in der Pirmasenser Hauptstraße seine ersten Zeichnungen und avancierte später in München zum gefeierten Künstler. 36 seiner Ölgemälde und eine Auswahl aus seinem kompletten grafischen Werk sind in einer Dauerausstellung im Forum ALTE POST zu sehen – unweit der Stelle, an der Heinrich Bürkels Elternhaus stand. Seine Gemälde, die einst von Zaren und Königen gesammelt wurden, werden heute noch bei Sotheby und Christies gehandelt.

In sieben chronologisch und thematisch geordneten Sektionen zeigt die Dauerausstellung "Heinrich Bürkel – Landpartie" einen Querschnitt durch das Schaffen des Malers. Das handwerklich hohe Niveau des Künstlers wird an der beinahe fotorealistischen Darstellung der Genreszenen deutlich. Die Dauerausstellung präsentiert in konzentrierter Form Gemälde und Zeichnungen aus der Zeit des Biedermeier und der frühen Moderne. Nach dem Vorbild der Romantik stellen sie unterschiedliche Landschaften dar, vor allem der Alpenregion und Italiens, und schildern das bäuerliche Alltagsleben. Die repräsentative Auswahl an Meisterwerken aus dem umfangreichen Sammlungsbestand der Stadt Pirmasens, darunter auch einige unkonventionelle malerische Experimente, bieten neue Perspektiven auf das Schaffen des Künstlers.

Aktuell wird die Sonderausstellung "Heinrich Bürkel und Johann Adam Klein – eine Begegnung" gezeigt. Besucher erleben den spannenden Vergleich zwischen Kleins filigranen Radierungen und den eleganten Zeichnungen seines Zeitgenossen Bürkel. Beide gehörten der Malergeneration der frühen Realisten an, die mit ihren Themen und Motiven aus dem Alltagsleben der Menschen eine "bürgerliche" Kunstkultur mitbegründeten.
Aktuelles auf einen Blick Die Dauerausstellung "Heinrich Bürkel – Landpartie" im Forum ALTE POST wird bis 12. Juni 2016 um die Sonderschau "Heinrich Bürkel und Johann Adam Klein – eine Begegnung" ergänzt.
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Führungen auf Anfrage. Eintrittspreise: fünf Euro, ermäßigt drei Euro. Kinder bis zwölf Jahre sind frei. Weitere Informationen im Internet unter www.forumaltepost.de oder telefonisch unter der Rufnummer: 06331/2392713.
Zum Forum ALTE POST Das Kulturzentrum Forum ALTE POST in Pirmasens ist entstanden aus dem 1893 von dem Architekten Ludwig Stempel (1850-1917) erbauten Königlich Bayerischen Postamt. Dort wurden bis 1927 sowohl der städtische Paketverkehr als auch der Telegrafendienst abgewickelt; nach dem Bau einer neuen Post diente das Gebäude im Herzen der westpfälzischen Stadt als Fernmelde- und Kraftpoststelle und galt 1930 als einer der größten Kraftpoststützpunkte Deutschlands. Bis zu ihrer Schließung 1976 fungierte die Alte Post als Wartesaal für Postbusreisende, Telefonzentrale und Kraftpostverwaltung. Dank eines aufwändigen Umbaus, einer technischen Modernisierung und grundlegenden Restaurierung, bei der unter anderem ein Mosaik an der Außenfassade nach historischen Vorlagen wiederhergestellt wurde, erstrahlt das Monument nun in neuem Glanz. Das Forum ALTE POST bietet mit seinen vielfältig nutzbaren Räumen Platz für Ausstellungen, Konzerte und Events, aber auch für Seminare und private Feiern. Weitere Informationen sind unter http://www.forumaltepost.de erhältlich.

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Heinrich Bürkel: "Pferdefang in der Puszta" (18861/62)

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