Gedenktafel: Burgstraße 10

 

Gedenktafel


Zum Gedenken an den jüdischen Volksschullehrer Julius Lamm 
    

         
Julius LammJulius Lamm wurde am 16. Juli 1886 in Unsleben (Unterfranken) geboren. Er war jüdischer Volksschullehrer in Pirmasens. Seine seminaristische und religions-wissenschaftliche Ausbildung erhielt er an der israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg. 1909 wurde er in den Schuldienst berufen. Er war verheiratet mit der Pirmasenserin Friederika Lamm, geb. am 12.12.1889, mit der er drei Kinder hatte. Am 1. Mai 1930 wurde er zum Lehrer der jüdischen Volksschule von Pirmasens ernannt. Er wohnte zunächst in der Luisenstraße 45, zuletzt in der Burgstraße 10.

 


Abbildung: Julius Lamm, Kennkartenantrag
© Stadtverwaltung Pirmasens, StA

Infolge der Reichspogromnacht im November 1938 wurde Julius Lamm aufgegriffen und sollte zusammen mit 54 anderen jüdischen Mitbürgern nach Frankreich abgeschoben werden (s.a. Gedenktafel Volksgarten). Da die Abschiebung misslang, wurde er am 12.11.1938 zur sogenannten "Schutzhaft" in das Konzentrationslager Dachau verbracht. Darstellungen sowohl der Abschiebung nach Frankreich als auch der Deportation in das KZ Dachau finden sich im Bericht von Karl (Charles) Wolff "Von Pirmasens über Frankreich nach Dachau" (in "Juden in Pirmasens", Otmar Weber, Seite 450 ff. u. Roland Paul: Erinnerungen der Brüder Charles und John Wolff, S. 472 ff.) und im Buch "Von Dachau bis Basel" von Alfred Schwerin.

 

Julius Lamm wurde drei Wochen im Konzentrationslager Dachau festgehalten. Nach seiner Rückkehr hatte er sich bei der Polizeistelle in Pirmasens zu melden und einen Antrag auf eine Kennkarte zu stellen. Nach der Evakuierung der Pirmasenser Bevölkerung aus der „Roten Zone“ Anfang September 1939 wurde Julius Lamm am 22.03.1942 von Koblenz aus in das polnische Transitghetto Izbica im Norden Polens deportiert. Er gilt als verschollen. Einen Hinweis über seine weitere Deportation gibt ein Dokument auf der Webseite des YAD VASHEM. Nach Darstellung seiner Enkelin wurde Julius Lamm im Vernichtungslager Treblinka (Polen) ermordet.  

 

 © Gerdi Fußhöller, Arbeitskreis Geschichte der Juden in Pirmasens/Stadtarchiv Pirmasens



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