Projekt „Die Geschichte der Synagogen in Pirmasens“

 

Als im Unterricht die Themen Judentum im Allgemeinen und die Judenverfolgung im Nationalsozialismus behandelt wurden, kamen bei den Schülerinnen und Schülern des Grundkurses Evangelische Religion MSS 13 am Immanuel Kant-Gymnasium viele Fragen auf: Wie entwickelte sich die jüdische Gemeinde in Pirmasens? Wie erlebte sie die Schreckensherrschaft des nationalsozialistischen Regimes? Gab es hier Gebetshäuser? Welche Zeugnisse haben sich überliefert? – Von diesem Kapitel der Stadthistorie hatten die meisten nur sehr wenig Kenntnis. Um mehr über die Entstehung der Synagogen und das Gemeindeleben zu erfahren, widmete sich die Gruppe unter der Leitung der Religionslehrerin Helma Terres zunächst der Lektüre des Buches „Juden in Pirmasens. Spuren ihrer Geschichte“. Mit Blick auf die historische Situation vor Ort interessierten sich die Jugendlichen ebenso für die architektonische Anlage der Gebetshäuser und ihre Ausstattung sowie für den Ablauf von jüdischen Gottesdiensten und Festen. Anhand des von der Religionspädagogischen Arbeitsstelle (RPA) Pirmasens im Nardini-Haus ausgeliehenen Material-Koffers „Judentum“ der Diözese Speyer, der viele Gegenstände zu jüdischem Kultus enthält, wurden rituelle religiöse Handlungen im Wortsinn begreiflich.

Um die Ergebnisse des Unterrichtsprojekts einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen, konzipierten die Schülerinnen und Schüler eine Ausstellung, die ab dem 7. November 2014 für einige Wochen im Rathaus am Exerzierplatz Station machte. Hierfür fassten sie die verschiedenen Buchbeiträge in Kurztexten zusammen, die einen informativen Überblick über die Geschichte der Synagogen in Pirmasens und die dramatischen Ereignisse in der Reichspogromnacht (9./10. November 1938) geben. Neben dem eigenhändig gebastelten Modell einer Synagoge waren in einer Vitrine einige Anschauungsobjekte aus dem o. g. „Judentum“-Koffer – wie z. B. eine Kippa (Gebetskappe) oder eine Menora (siebenarmiger Leuchter) ausgestellt.

Die insgesamt zwölf Tafeln, die auch historische Fotografien und andere Dokumente aus dem Stadtarchiv zeigen, sind dauerhaft auf der städtischen „Gedenken“-Internetseite eingestellt.

(siehe Link unten).

 

Schülergruppe beim Textstudium (Immanuel-Kant-Gymnasium)

 

Projektbericht zur Ausstellung: Ausstellungsprojekt

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