Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Ganztagsform

 

Die Landesregierung wird aufgefordert, die Stadt Pirmasens bei der Umsetzung ihrer neuen Schulstruktur zu unterstützen, damit der in der Befragung durch die Stadt Pirmasens zum Ausdruck gekommene Elternwille für die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Ganztagsform zeitnah verwirklicht werden kann. Dies beinhaltet, dass die Vielfalt aller Schulangebote durch eine angemessene und gleichrangige Versorgung mit Lehrkräften garantiert wird.

 

Dies soll insbesondere für die für Pirmasens neuen Schulformen der Integrierten Gesamtschule und der Realschule plus auf der Grundlage der Chancengleichheit beider Schulformen gewährleistet werden.

 

Die Landesregierung soll weiter gewährleisten, dass es im Rahmen von Schulaufnahmeverfahren keine Losverfahren gibt, damit allen Kindern die von ihnen und ihrem Eltern gewählte Schulform ermöglicht wird. Dies gilt sowohl für den Zugang zu allen Formen der weiterführenden Schulen als auch für die Entscheidung der Eltern, ihre Kinder zum Bilingualen Unterricht an einer bestimmten Grundschule anzumelden. In Pirmasens wollen wir deshalb mit zwei Ganztagsschulen, einer IGS und einer Realschule plus in kooperativer Form, starten. Bei entsprechendem Elternwillen befürwortet der Stadtrat den Ausbau weiterer integrierter Schulformen.

 

Begründung

Die Stadt Pirmasens wurde durch das Land Rheinland-Pfalz aufgefordert, Vorschläge für eine neue Schulstruktur der Stadt im Hinblick auf die Einführung der Realschule plus und die Abschaffung der Hauptschulen zu entwickeln.

 

Bei einer Informationsveranstaltung wurden die Eltern über die Schulform der Integrierten Gesamtschule sowie die damals nur im Rahmen eines Gesetzesentwurfs vorliegenden Voraussetzungen einer Realschule plus von Fachbeamten des Landes und Professoren der Universität Koblenz/Landau informiert. Die endgültigen Rahmenbedingungen für die Realschule plus standen zum damaligen Zeitpunkt noch nicht fest, weil das Gesetzgebungsverfahren erst jetzt abgeschlossen wurde.

 

In einer Befragung hinsichtlich der Einführung einer IGS haben 49 % der befragten Eltern der jetzigen Drittklässler sich zu ihrer Interessenlage geäußert. 78 % dieser 49 % - 137 Erziehungsberechtigte - haben Interesse an der Einführung einer IGS geäußert.

 

Der in der Befragung zum Ausdruck gekommene Elternwille soll zeitnah mit der Einführung einer IGS als Ganztagsschule umgesetzt werden. Um die Schulvielfalt und damit die Wahlmöglichkeiten der Eltern zu gewährleisten, soll ebenfalls eine Realschule plus eingerichtet werden.

 

Für eine echte Wahlfreiheit der Eltern ist es erforderlich, dass für beide Schulformen gleiche Rahmenbedingungen gewährleistet werden, die die Chancengleichheit für die Schüler beider Schularten garantieren. Neben der gleichartigen Ausstattung der Schulgebäude spielt hier ebenfalls die gleichrangige Ausstattung mit Lehrkräften, die das Land gewährleisten muss, eine entscheidende Rolle.

 

Im Rahmen der städtischen Informationsveranstaltung haben viele Eltern erstmals davon Kenntnis erlangt, dass, selbst wenn sie ihre Kinder zu einer IGS anmelden, deren Aufnahme dort nicht unbedingt gewährleistet ist. Sie wurden darüber informiert, dass nach den zz. geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen die IGS vorsieht, dass nur eine in etwa gleiche Anzahl Schüler unterschiedlicher Qualifikationsstufen aufgenommen werden sollen (gymnasiale Qualifikation, Realschulqualifikation, Hauptschulqualifikation).

 

Wenn in der Eingangsstufe überproportional viele Schüler einer Qualifikationsstufe (z. B. Hauptschule) angemeldet werden, ist vorgesehen, die „Parität“ der verschiedenen Qualifikationsstufen durch ein Losverfahren herzustellen.

 

Dies ist bei vielen Eltern auf Unverständnis, sogar Empörung gestoßen („Soll über die Zukunft unserer Kinder gelost werden?“).

 

Es wird eine Stigmatisierung der per Los abgelehnten Kinder, die gleiche Eingangsvoraussetzungen wie die zugelosten Kinder mitbringen, befürchtet.

 

Der Stadtrat hält es auf der Grundlage der jetzt entwickelten Schulstruktur für unabdingbar, im Sinne einer möglichst breiten Auswahl an Bildungswegen, für Kinder den von ihnen und ihren Eltern gewählten Zugang zu einzelnen Schulformen ohne eine Diskriminierung durch Losverfahren zu gewährleisten. Deshalb soll eine Möglichkeit geschaffen werden, die allen Kindern die von ihnen und ihren Eltern gewählte Schulform gewährleistet.

 

Eine ähnliche Problemlage in Anbetracht bestehender Regelungen zu bildenden Schulbezirken zeichnet sich derzeit beim Zugang zu einer Grundschule ab, welche Bilingualen Unterricht (Deutsch-Französisch) anbietet. Derzeit überschreitet die Anzahl der Interessierten die zur Verfügung stehenden Plätze deutlich.

 

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