Pirmasens - Niedersimten

Stadtauswärts in südwestlicher Richtung liegt, windgeschützt eingebettet in einer Talsenke, umgeben von Wald und herrlicher Natur, mit Zugang zum Naherholungsgebiet „Gersbachtal“, der Stadtteil Niedersimten. Heute zählt der Vorort 1 305 Einwohner mit fallender Tendenz, da wegen der topographischen Lage Baugelände nur sehr schwer zu erschließen ist.

© Stadt Pirmasens

Nachweislich wurde Simten erstmals um das Jahr 1150 erwähnt. Wenn auch die Funde Hinweise auf eine Besiedlung zu diesem Zeitpunkt konkretisieren, so lassen Ortsnamen aus dem 11. Jahrhundert darauf schließen, dass sich schon weitaus früher Menschen im späteren Niedersimten aufhalten. Der Name Sympeton – die keltische Bezeichnung für Schöpfstelle – ist ebenso ermittelt wie der Name Sobebetten.

Zu sagenhaften Schlüssen und Vermutungen regen die Funde an, die man in Niedersimten macht. Plötzlich steht die Weltgeschichte nebenan und lenkt den Blick auf Vorkommnisse im 14. Jahrhundert, die das Gefüge des Abendlandes erschüttern. Philip der Schöne von Frankreich und Papst Clemens V. rotten den Templerorden aus, der ihnen zu mächtig geworden ist. Im Jahr 1314 wird der letzte Großmeister Jaques de Molay zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. In der Finsterbach von Niedersimten findet man beim Bau eines Tanzsaales irdenes Geschirr mit Silbermünze, die die Aufschrift „Philipus Rex 1314“ tragen. Der Fantasie sind plötzlich keine Grenzen mehr gesetzt, zumal am Alten Kellerfelsen ebenfalls die Zahl 1314 in römischen Ziffern gestanden haben soll und zwar links vom Eingang in die Höhlung.

Im 17. und 18. Jahrhundert gehört Simpten zum Amt Lemberg der Grafschaft Hanau-Lichtenberg, mit den Orten Riedelberg, Stausteinerhof und Eichelsbachermühle zum Schultheißenamt Vinningen.

Zu Zeiten des Landgrafen Ludwig IX. zogen dessen Grenadiere und Gedienstete auf ihrem Weg zu den umliegenden Mühlen durch Talsimten, wie der Ort damals noch hieß. Hier ließen sie bei den Simter Spenglern ihr Blechgeschirr in verschiedenen Größen als Maßeinheit fürs Getreide oder das Mehl fertigen oder reparieren.

Dem „Spleen“ des Landgrafen Ludwig IX. verdankt es Simpten, aus seiner „Vergessenheit“ entrissen zu werden. Der Landgraf lässt an der Felsalbe eine Mühle bauen, um seine Grenadiere in Pirmasens mit Mehl versorgen zu können. Ebenso entstehen die Katzenmühle und Rehmühle.

Wirtschaftlich ist Niedersimten von der Stadt abhängig.

Grenadiere heiraten Simter Mädchen und finden so eine Heimat. Ein Soldat des Landgrafen namens Hauter gründet zu dieser Zeit Neu-Simpten (das heutige Obersimten). Simpten heißt nun Alt-Simpten, später Thalsimten und schließlich Niedersimten.

Am 8. Juni 1969 wird Niedersimten nach Pirmasens, mit dem es schon seit Landgrafenzeit so eng verbunden ist, eingemeindet.

An die schwierige Zeit rund um den Zweiten Weltkrieg erinnert heute das Westwall-Museum Gerstfeldhöhe http://westwall-museum.de am Ortsrand. Die Zivilbevölkerung von Niedersimten hatte es in den Kriegsjahren aufgrund der Grenznähe zu Frankreich besonders hart getroffen. Ein Teil der Westwall-Anlage diente als Unterkunft bei © LöserLuftangriffen. Die ehemals überwiegend militärisch genutzte Anlage ist heute mit Schautafeln ausgestattet, welche die Planung, den Bau, die militärische und zivile Nutzung veranschaulichen. Ein zeitgeschichtlicher Rundgang führt durch ein über 1.000 Meter unterirdisches Hohlgangsystem.

 

Niedersimten ist geprägt durch ein vielfältiges Angebot an Vereinen wie beispielsweise der Budoclub, der Fanfarenzug, der Fußballverein FCN, die Naturfreunde oder der Pfälzerwaldverein und bietet somit allen Interessierten ein reges Vereinsleben.


Weiterhin hat Niedersimten einige Geschäfte zu bieten,  wie zum Beispiel eine Bäckerei oder einen Blumenladen sowie eine Vielzahl an gut ausgeschilderten Wanderwegen in alle Richtungen. Wanderer können im Naturfreundehaus Niedersimten im Naherholungsgebiet Gersbachtal einkehren.

Weitere Auskunft zum Ortsbezirk Niedersimten erteilt der Ortsvorsteher Kurt Sennewald, Tel: (06331) 45847.

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