Pirmasens - Erlenbrunn

Der Name dieses Pirmasenser Stadtteiles im Grünen klingt nach Heimatmelodie: Erlenumstandener Brunnen vor dem Tore!

 

Uralt ist das Siedlungsgebiet. Funde aus Grabhügeln zeugen von menschlicher Tätigkeit bereits in der frühen Latènezeit, der Hallstatt- und der späteren Bronzezeit. Aber erst viele hundert Jahre später erwacht die Idylle in der Erinnerung von heutigen Generationen zu bewusstem Leben.  

 

Seit vielen Jahren befasst sich der pensionierte Berufschullehrer Otto Metzmann mit der Ortsgeschichte. So war von ihm zu erfahren, dass im Jahre 1155, also vor 850 Jahren, das Hofgut Ettenburen, später Erlenhof, erstmals urkundlich erwähnt wurde.

 

©ZieglerIm 14. oder 15. Jahrhundert siedelt am Brunnen mit den Erlen ein Bauer.

 

Er nennt sein Gut „Erlenborn“, dann Erlenhof, wie 1534 bezeugt und wie noch mancherorts der heutige Stadtteil bezeichnet wird.

 

Die sich vergrößernde Siedlung heißt im 18. Jahrhundert Erlenbrunner Hof und später Erlenbrunn, der Name, der sich offiziell gehalten hat. Der 30jährige Krieg löscht die Siedlung aus.

 

Erst 1680 wagt es erneut ein Einzelgänger, sich am Erlenbrunnen niederzulassen. Mit der Erlangung des Dorfrechts um 1770 wurden die Erlenbrunner Leibeigene des Landgrafen Ludwig IX und mussten ihren Militärdienst bei den Grenadieren ableisten. Nach dessen Tod wurde Erlenbrunn Frankreich zugeschlagen. 1815 zählt der Ort erst 461 Köpfe.

 

Intensiver Ackerbau auf ebenem Gelände und Weidewirtschaft an den Hängen verschaffen den bäuerlichen Siedlern ein karges aber ausreichendes Auskommen. Als jedoch die Schuhherstellung in der benachbarten Stadt höheren Lohn verspricht, wenden sich, anfangs einzelne, später immer mehr Erlenbrunner der Schuhmacherei zu. Die Landwirtschaften bieten als Nebenerwerbsbetriebe jetzt meistens nur noch ein willkommenes Zubrot. Es bleiben kaum mehr als ein Dutzend landwirtschaftliche Hauptbetriebe. Erlenbrunn wächst auf 1900 Einwohner.

 

Im Sog der industriellen Schuhherstellung wandelt sich mit der Zeit die Sozialstruktur des Ortes grundsätzlich. Rund 80 Prozent der Arbeitnehmer sind in der Schuhindustrie tätig. Hauptarbeitsort ist die Stadt Pirmasens.

 

Zwangsläufig erfolgt 1969 die Eingemeindung. Die Erlenbrunner kommen jedoch nicht als „arme Schlucker“ in die aufgeblühte frühere Landgrafenstadt. Der neue Stadtteil ist hervorragend entwickelt und als Wohngemeinde begehrt.

 

Erlenbrunn zeigt sich heute als ein Stadtteil mit dörflichem Grundcharakter, aber allen zivilisatorischen Annehmlichkeiten der Stadt an der Südperipherie von Pirmasens, im Grünen gelegen und von der Landschaft verwöhnt. Mit seiner Lage fast 450 Meter über dem Meeresspiegel ist Erlenbrunn der höchst gelegene Vorort, der außer viel frischer Luft noch so allerhand zu bieten hat.

 © Ziegler

In Erlenbrunn ist die Versorgung mit Artikeln des täglichen Bedarfs gedeckt, es gibt verschiedene Handwerksbetriebe, eine Sparkassenfiliale sowie die weltweit bekannte Sattlerei Sommer, die für den perfekten Sitz auf dem Rücken der Pferde sorgt. So ist es nicht verwunderlich, dass Erlenbrunn von Pferden geprägt wird.

 

Auch eine gute Anbindung durch den öffentlichen Personennahverkehr ist gegeben. 

 

Das Vereinsleben ist in Erlenbrunn wichtiger Bestandteil der Dorfgemeinschaft. Die 14 Vereine wie beispielsweise der Tennis-, Hasen-, oder Gesangverein oder der Fußballverein SV Erlenbrunn bieten den Dorfbewohnern so einiges.

 

Weiterhin gibt es rund um Erlenbrunn eine Vielzahl an Wandermöglichkeiten, unter anderem auch Wanderangebote des Pfälzerwaldvereins Erlenbrunn sowie die 16 Kilometer lange Wanderung zu allen Brunnen und Quellen rund um Erlenbrunn.

 

Ein Nordic Walking Parcours mit drei unterschiedlich langen Strecken führt um Erlenbrunn. Die schwere Route geht durchs Rodalbtal zum Waldhaus "Drei Buchen", zum Naherholungsgebiet "Gersbachtal" am Naturfreundehaus Niedersimten vorbei und wieder zurück nach Erlenbrunn.

 

Auskunft zum Ortsbezirk Erlenbrunn gibt auch Ortsvorsteherin 

Christiane Mattill, Tel. (06331)45516.

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